Skate-X-Press Berichte


18-20.12.09: Skate-X-Press goes Stubai (Bericht von Anne)

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Nachdem ich mit sage und schreibe 27 Jahren begonnen habe, Abfahrtsski zu laufen (bis dahin gabs
immer nur Langlauftrainingscamps für mich) und mich ein Wochenende lang in Ischgls Hängen austoben
durfte ging aufgrund der Hüftgeschichten diesbezüglich während der letzten 2 Jahre gar nix.

Heißt: am vergangenen Wochenende stand ich das zweite Mal auf Abfahrtsski, zum allerersten Mal
post OP und mit eigenem Material - weil: dass ich das Skifoahrn lieb wußt ich schon ;o)

Naja, kurz gesagt: ich musste auch an diesem WE noch viiiiel lernen! Doch dankenswerter Weise hatten
Karin und Bertram, unsere 2 Superskilehrer, dieses Wochenende einberufen, damit der Skate-Express
endlich mal auch die Bretter kennenlernt und gemeinsam austestet, die im weißen Schnee eine ganz
andere Technik erfordern!

Unsere 9köpfige "Reisegruppe", bestehend aus den 2 eben Erwähnten, Dieter, Matze (der an diesem
Wochenende noch zum „Matzi“ werden sollte) Ute und Didi, Wolfgang und seiner Tochter Maren und
meiner einer, startete am Freitag in dieses Abenteuer. Und – wie könnte es anders sein bei unserem
Express? Es wurde extrem! Extrem: kalt! Mehr als minus 20 Grad waren vorausgesagt und der Wettergott
sollte uns nicht belügen...

Alle konnten Skifoarhn. Dieter etwas zu eng, aber todsicher, Ute und Didi schon weit einer Ewigkeit,
Karin und Bertram: ohne Worte, ich sagte ja schon: Skilehrer. Und Matze, den ich fortan, einfach Matzi
nennen wird, weil ichs schon so drin hab, tobte sich auf dem Snowboard aus. Wolfgang kam am Samstag auf
der Piste dazu und zeigte seinem Töchterlein erstmal, wie Skifoahrn funktioniert.

Und ich? Naja, ich hatte das Glück gepachtet. Karin, meine absolute ;o) Lieblingsskilehrerin, nahm sich
irre viel Zeit, mir die wichtigsten Dinge zu erklären... das war ich gar nicht gewohnt, nachdem Timo mich
in Ischgl damals einfach direkt nach dem Motto: "Viel hilft viel" auf eine rote (naja, wohl mehr schwarze)
Piste gestellt hatte, die auch noch vereist war. Aber diesmal brauchte es keine Tränen zu geben,
denn meine Lieblingsskilehrerin hatte viel Geduld mit mir und jede Menge supi Übungen parat.

Wir fingen am Murmeleshügel an... und ja, der ist für Kinder. Na und? So hab ich echt schnell gelernt
(hat meine Lehrerin jedenfalls immer wieder staunend festgestellt) und traute mich bald den Ski
kontrollierend auf was Blaues. Mein Hauptproblem besteht wohl darin, dass ich seit meinem 9. Lebensjahr
"immer schön das Gewicht nach hinten" verlagere. Wie man das als Speedskater eben so macht.
Wenns eng wird: Hintern runter, Gewicht zurück auf die Fersen... und ab gehts in einem Affenzahn...
jedenfalls im Schnee. Als ich das dann endlich kapiert hatte musste ich ja quasi nur noch die seit 21
Jahren automatisierten Prozesse mal eben schnell aufheben. Juhu.

Aber ich bewies Ehrgeiz und strengte mich an, zahlreiche Übungen halfen mir auf meinem Weg und blaue
Schienbeine hatte ich auch am ersten Abend. Also alles prima. Beim Aprés Ski vergaß ichs wieder,
der Glühwein und das laute Grölen halfen dabei mit. Wir tanzten und sprangen und tranken und sangen...
was man eben nach einem langen Tag bei 24 Grad minus so braucht, um wieder glühendes Blut durch die
Adern fließen zu lassen!

In unserer Pension, dem Schallerhof, ging es sehr gemächlich und urig zu, Hausmannskost aus Österreich
füllte unsere Mägen und bei allerlei lustigen Spielchen ließen wir den ersten (und auch den zweiten)
Abend ausklingen. Jeder hatte dabei irgendetwas parat, seien es dreckige Witzeleien, spannende
Kartentricks oder auch chinesische Zahlen... aber wir verraten nix!

Am Samstag zog uns der Wettergott sogar noch ein paar Grad ab, oben waren es jetzt 26 Grad minus und
wir erkannten einander wohl nur noch an der Kleidung... weil nackte Haut färbte sich sehr schnell weiß
und drohte zu erfrieren. Ich aber war so mit meinem Fahrstil, meinen Übungen und meinem Hintern (dass
der ja nicht zu weit hinten hängt) beschäftigt, dass ich die Kälte eigentlich nur während der Liftfahrten
spürte. Ich wagte mich nun auf rote Pisten und fuhr einfach mit den anderen mit, konzentrierte mich
(was vor der Mittagspause und dem Kakao mit Schussssss besser lief als danach) und wurde irgendwie immer
besser und sicherer. Juhu! Was ne Gaudi!

Bertrams Auto spürte die Kälte wohl auch, denn als wir nach dem Aprés Ski in unsere wärmende Hütte wollten,
verabschiedete er sich einfach während der Fahrt und verreckte kru vorm Ziel. Zum Glück hatten wir alles
dabei, um Starthilfe zu leisten… und schoben tatkräftig an! Morgens war dann Starthilfe bitte nötig,
denn kaputte Tanks (oder was auch immer… ich als Frau hab da wenig Ahnung ;o)) werden über kalte Nächte
wohl nicht wieder ganz.

Herrlichster Sonnenschein erwartete uns am letzten Tag unserer Gletscherodyssee und mit nur 22 Grad minus
war es geradezu karibisch! ... wenn da nicht dieser vermaledeite Lift gewesen wäre, der einfach stehenblieb...
sich nicht mehr rührte... bis er rückwärts fuhr mit uns... und wieder stehenblieb... nach gefühlten 2 Stunden
und gar nicht mehr karibisch bibberten wir schließlich erleichtert auf die Piste.

Nach Versuchen des Formationsfahrens, an denen sogar ich mich stolz und fehlerfrei (naja, ein bisschen
breitbeinig vielleicht, aber immerhin im Kurzschwungrhythmus) beteiligte, ließen wir auch diesen Skitag
ausklingen und traten glücklich den Heimweg an.

Ja, auch heute war Bertrams Autochen zickig und bescherte uns weitere 2 Stunden des Schiebens, Wartens
(der österreichische ADAC hat sonntags immer Skatabend) und Hoffens... bis wir es einfach wagten (Pause vom
Skatabend fürs Arbeiten machen Ösis nicht) und per Landstraße statt Passautobahn den Heimweg antraten.
Mein Fazit dieses Wochenende fällt durchweg positiv aus: Skifoahrn is schee, die Truppe war super, rote Pisten
sind kein Problem mehr (der Murmeleshügel brachte mich am letzten Tag nochmal zum herzlichen Lachen, weil ich
mich abschieben musste, um überhaupt Fahrt zu haben) und ich will jetzt unbedingt so oft wie möglich (und sei
es nur für einen Tag) auf die Bretter, die "das Gewicht vorn" bedeuten!

Skate-X-Press goes Stubai ist 2010 ein MUSS!
Und: Karin, du bist spitze! (und ich ein klein wenig stolz ;o))


03-04.10.09: Wandern Kleinwalsertal (Bericht von Anne)

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„Ja, Servus! Mein Name ist Hans. Hoher Hans. Der Hans vom Hohen Ifen. Ich bin der Schutzheilige des Berges
und wie so mancher Schutzheiliger habe auch ich übersinnliche Kräfte und hellseherische Fähigkeiten...
und Rückenschmerzen, weil diese Menschen den ganzen Sommer über auf dem Rücken meines Berges herumtrampeln.
Nun aber ist schon Oktober, also darf ich mich wie jedes Jahr auf den ruhigen Winter freuen, wenn der weiche,
weiße Schnee meinen Gipfel wärmend rehabilitiert. Heute ist Samstag, der 03.Oktober, Tag der deutschen Einheit
und Feiertag – weshalb ich heute schon sehr früh zahlreiche Wanderer in meine Richtung tigern spüre.
Mit der Sonne habe ich für dieses Wochenende ein „unentwegt-Schein-Abkommen“ getroffen, so dass wir den
Gipfelstürmern noch einmal in diesem Jahr einen unvergesslichen Aufstieg bescheren können.

Es kommen viele, der Parkplatz an der Kanzelwandbahn in Riezlern füllt sich jetzt schon, aber ups – was ist denn das?
Da kommen Autos mit WN – Kennzeichen – an sich nichts besonderes, aber die da denken wohl, es sei ein Spaziergang
zu meinem Gipfel!? Die steigen in Crocs aus, öffnen Sektflaschen und vespern erst mal ganz gemütlich?!
Da zähl ich 18 Menschlein aus 5 Autos, die zwar alle recht fit aussehen, sich aber ihre Bäuche mit Pflaumenkuchen
voll schlagen und Alkoholisches hinterher kippen. Na, denen werd ichs zeigen. Ein Hund ist auch dabei, der scheint
es kaum erwarten zu können.

Da wandern sie los, es ist schon nach 10Uhr, einige haben Stöcke dabei, das ist sicher ne gute Wahl.
Schon nach 10 Minuten meines Weges ziehen sich viele aus, die Sonne tut wie ihr geheißen und der Sekt scheint
auch Wirkung zu zeigen. Auf die Gottesäcker haben es die 18 Gefährten des Hundes abgesehen, singend, lachend
und schwatzend stiefeln sie den steilen Waldweg hinauf, um sich bei der allerersten Hütte niederzulassen, die
sich ihnen bietet. Der eine, der ohnehin völlig unterfordert scheint und ständig mit dem Hund vorneweg springt,
zieht sich erstmal komplett um, manche Dame pflastert jetzt schon ihre Füße und es wird – schon wieder – gegessen.

Danach geht es steiniger weiter, die Horde zieht sich etwas auseinander – zu 18. sind die Wege zu meinem Gipfel auch
nicht so einfach zu bezwingen. Gut, dass sie das hier schon zu spüren kriegen.
Sie schnaufen zwar, machen aber munter Fotos, lachen und schwatzen unentwegt weiter und scheinen doch nicht so leicht
zu erschüttern zu sein. Schließlich erreichen sie die Gottesäcker, alle staunen beeindruckt und ich bin versöhnt.
Diese Gefährten wissen doch, was gut ist!

Ja, meine Gottesäcker sind wahrhaft beeindruckend, diese endlose Steinwüste mit ihren Klippen und klaffenden Rissen
und Löchern, eine phantastische Kulisse ist das! Für Vierbeiner ist es nicht immer einfach, die meisten Besitzer
müssen ihre Tiere hier tragen, doch dieser schwarze Zottel ist wirklich umsichtig, er passt gut auf, dass er in keine
Spalte rutscht. Oh – jetzt aber wird es brenzlig für ihn, er ist am einzigen Absatz mit der Stahltreppe angekommen,
die er überwinden muss. Aber siehe da - die Wanderer sind aufmerksam und hilfsbereit - sie nehmen den Hund auf ihre
Arme und reichen ihn einander in die schützenden Hände, bis sie es geschafft haben. Hm, wenn sie so weitermachen
schaffen sie´s wahrscheinlich wirklich, alle gemeinsam ihr Ziel der Schwarzwasserhütte zu erreichen. Da müssen sie
hinwollen, denn bei dem Gepäck, das die tragen, ist sicher eine Übernachtung geplant und alle anderen Hütten können
selbst diese Helden nicht an einem Tag erreichen (zumindest nicht, wenn sie erst gegen 10Uhr beginnen).

Ich glaube ja, dass so manchem die Beine schon schmerzen, aber kaum einer lässt sichs anmerken, die scheinen
Schmerz und Herausforderung gewöhnt zu sein. Nun endlich erreicht die Gruppe, die ich längst ins Herz geschlossen habe,
die Bergadler-Hütte. Beim Absetzen der schweren Rucksäcke kann ich so manches Seufzen vernehmen, es sind eben doch
nur Menschen und ich bin beruhigt, dass auch diese 18 Gefährten meine Tour nicht ganz so einfach wegstecken.
Nachdem sie sich ausgiebig den Bauch gefüllt haben und die Beine und Füße etwas ausgeruht sind setzen sie sich
wieder in Bewegung und streben unaufhaltsam auf meinen Gipfel zu. Doch noch haben sie den beschwerlichen,
rutschigen, von Gestein gesäumten Weg vor sich.
Sie motivieren sich gegenseitig mit aufmunternden Worten, lachen immer noch und scheinen sich auch unaufhörlich
etwas zu erzählen zu haben. Auch über die schwierigen Wegstücke helfen sie einander - ich spüre ein paar sehr erfahrene
Bergläufer unter ihnen, die den anderen wertvolle Tipps geben. Als sie meinen grünen Bergrücken erreichen ist so mancher
erleichtert und stolz, doch auch von hier liegt noch gut eine halbe Stunde vor ihnen, bis sie mein Gipfelkreuz berühren können.

Eine einzige bleibt müde an der Weggabelung sitzen, die ist schlau – und sie ahnt wohl, was sie auf dem Weg zur
wärmenden Hütte heute noch erwartet. Die anderen 17 und der tapfere Hund erklimmen meinen Gipfel, eine knutscht
übermütig das Bergkreuz, ein anderer lässt sich erschöpft ins Gras sinken und so mancher packt sofort die Kamera aus
und fotografiert die sensationelle Aussicht. Ja, es ist schon toll auf meinem Berg hier oben. Selbst ich vermag nicht
alle Aspekte dieses Panoramas annähernd so zu beschreiben, wie sie auf die Menschen wohl wirken mögen. Wen´s interessiert,
der muss wohl auch auf mir herumtrampeln und wird durch ein unvergessliches Erlebnis belohnt werden!
Nun steigen auch noch 2 auf meinem Kreuz herum – hey – davon werden meine Schmerzen sicher nicht besser! Oh mann,
das fällt auch nicht vielen ein! Irgendwie ist diese Truppe ja schon etwas komisch, aus den riesigen Rücksäcken holen
sie eine Flasche Wein nach der anderen hervor, begießen ihren Erfolg, liegen sich in den Armen und machen schließlich
noch so eigenartige Fotos in einer Reihe stehend vor meinem Gipfelkreuz… hmm, ich werd nicht schlau aus denen.
Eine Weile relaxen sie in der Sonne, doch nun scheinen sie kapiert zu haben, dass es noch ein Stück Weg ist bis zur Hütte.
Sie schultern ihre Säcke und treten frohen Mutes den Abstieg an. Ha, nun stöhnen doch fast alle ob der Steile des Abhanges,
der die Oberschenkel brennen lässt. Wer Stöcke hat, kann sich hier helfen, doch auch die werden nachher stören,
wenn es ans Klettern geht. Manch einer der 18 Helden scheint Respekt zu haben vor diesem Abstieg – gerade wenn es
steiler wird oder auch mal rutschig zittern einige Knie, doch die kämpfen sich tapfer weiter und geben nicht auf!

Ich mein, aufgeben wär auch ne doofe Idee, denn hier oben campieren zu wollen wär nicht wirklich klug.
Tapfer und mutig setzen sie alle ihren Weg fort, machen so manche Verschnaufpause und scheinen einander sehr zu mögen,
denn immer dann, wenn einer auch nur denkt, er könnte es nicht schaffen, ist sogleich ein anderer an seiner Seite,
ihm zu helfen und unterstützend Beistand zu leisten. Ne spitzen Gruppe ist das! Die schaffen es heut noch zur
Schwarzwasserhütte, vielleicht sogar noch bis 19Uhr – zu wünschen wärs ihnen ja, denn dann kriegen sie sogar noch
etwas Warmes zu futtern!“

„Ja, Servus, Gruezi und Hallo! Mein Name ist Sepp, Sepp Schwarzwasser. Ich bin der Schutzpatron der Schwarzwasserhütte
im Kleinwalsertal und ich spüre einen Ansturm auf die Wärme meiner Hütte. Ok... ich spüre vielleicht nicht ganz so viel
wie andere Schutzheilige, aber ich stehe in gutem Kontakt mit dem hohen Hans und der hat mich schon vorgewarnt.
Oh – da kommt schon einer – einer mit nem Hund, ich glaube das ist der erste dieser von Hans hoch gelobten Gruppe Verrückter.
Der rennt sogar mit dem Zotteltier um die Wette, trotz seines schweren Gepäcks... hm, ich glaub die sind echt verrückt.
Nach und nach trotten sie alle ein, alle 18, wie Hans gesagt hat. Müde sehen sie aus, doch sie lachen und scheinen
einfach froh, meine Hütte erreicht zu haben.

Nachdem sie ihr Quartier bezogen haben, strömen sie in meine Gaststube und bestellen einige Maß Getränke und warmes Essen,
bevor sie im warmen Zimmerlein eng an 3 Tischen zusammenrücken und sich die Bäuche voll schlagen.
Einen tollen Tag hatten die, sie fassen alle Eindrücke zusammen, tauschen sich aus, pflegen ihre geschundenen Glieder
und loben mein Essen! Ihr Lieblingsgetränk scheint mitgebrachte Cola light oder so ein Bio-Getränk zu sein,
das ist komisch... sie verziehen immer sämtliche Gesichtmuskeln, wenn sie auch nur einen kleinen Schluck aus der Flasche
getrunken haben – scheinen nix gewohnt!

Schon gegen 20Uhr werden sie seeehr müde, zwei ziehen sich schon jetzt ohne viele Worte in die Kojen zurück.
Die anderen spielen noch so ein eigenartiges Klatsche-Spiel, meinem Tisch tut das etwas weh, aber die Wanderer lachen
und jauchzen und schreien wild umher, so dass es mir recht sein soll. Über die Dusche in meiner Hütte sind sie ganz
glücklich, auch wenn die, die duschen immer nur einmal für 2 Minuten heißes Wasser 1€ spenden, so habe ich doch
wenigstens ein bisschen Geld verdient. Da sind die, die aus Bayern kommen meist etwas spendabler, aber der Hans
sagte schon, dass die Verrückten Schwaben sind und sogar ich weiß, dass die jeden € dreimal wenden, bevor sie ihn
in meinen Duschautomaten stecken!
Jetzt ist es noch nicht mal 22.30Uhr und der Tisch ist schon leer. Oben im Schlaflager geht das Gegrunze
los - und die Zeit, in der ich immer besonders froh bin, dass ich als Schutzpatron nicht aufs Schlafen angewiesen bin.
Ich mach mich mal auf und fliege über mein stilles Tal, genieße die saubere Nachtluft und die Ruhe zwischen den hohen Bergen!
Wunderbar!

Oh je – noch nicht mal 7Uhr und schon trampeln die da oben umher! Beschuldigen einander gegenseitig, dass sie
geschnarcht hätten und streiten sich, wer der lauteste war – s wird Zeit, dass die gehen!
Nach einigen Kaffee und mit gestärkten Knochen streben sie nach draußen, stöhnend über die Schmerzen, die der Vortag
mit sich gebracht hat! Sie gehen nach links, auf den steilen Aufstieg zu, trotz ihrer dicken Rucksäcke – und mit dem Hund?!
Kann der fliegen? Können die fliegen? Kann das sein? Können Menschen fliegen? Hans??? Weißt du da was?
Vom Walmendinger Horn haben die geredet – etwa über die Klamm? Alle?“
„Ach, Sepp, jetzt mach doch mal langsam… dass du auch immer gleich übertreiben musst… die wollen bestimmt nur hoch
auf den Gipfel und dann hinten wieder absteigen – mit dem Zotteltier und dem schweren Gepäck planen sie ganz
bestimmt nicht den Höhenweg rüber zum Horn! ... aber ich wird das mal beobachten.

Sie scheinen gut geschlafen zu haben und wirken heute ganz ausgeruht, der kleine Muskelbepackte rennt mit
dem Hund mal wieder vorneweg, aber auch die anderen stiefeln tapfer die 300 Höhenmeter zum Kreuz hinauf.
Einer hat oben sogar immer noch eine Flasche Sekt zu bieten, die er wohl 2 Tage mit sich herumgeschleppt hat,
denn Sekt gibt’s beim Sepp in der Hütte nicht in Flaschen – hmm, ausgelastet scheint die Truppe doch noch nicht zu sein!?
Wieder knutscht die eine das Kreuz, die scheint da nen Tick zu haben… und wieder fotografieren sie sich wie wild.
So, nun ist die Flasche leer und sie werden sicher den Weg ins andere Tal antreten… Moment – hey, stopp – wohin
wollt ihr denn? Ihr könnt doch nicht wirklich… nein, geht nach rechts - jetzt – nein!!? Oh, Sepp – die gehen
tatsächlich auf dem Höhenweg weiter – hast du ihnen denn nichts geflüstert?“

„Wie soll ich das denn machen? Was du immer denkst – ich kann viel, aber so viel nun auch wieder nicht!
Bist du denn echt sicher, dass die nicht fliegen können oder wenigstens verdammt hoch hopsen?“
„Ja, ich weiß, dass Menschen so was nicht können – und Hunde auch nicht… und ich glaub, so verrückt, dass sie glauben,
den Höhenweg schaffen zu können, kann nicht mal diese Truppe sein!“
„Ach Hans, paß bloß auf auf sie, ja? Liebenswert waren sie nämlich schon, und es wäre ganz schade, wenn ihnen aus
Unvernunft nun noch etwas passieren würde!“
„Ja, Sepp, keine Angst – ich halte meine schützende Hand über sie – auch heute! Bis jetzt schlagen sie sich auch ganz gut,
sogar die, die gestern so zittrig waren kämpfen sich mutig über die Kletterpassagen, der Hund achtet auf jeden Schritt
und ist auch noch echt gut dabei! Oh, warte… nun sind sie an der Engstelle, der Hund… oh je – haltet ihn fest!
Puh…er hört aufs Wort und geht zurück. Alles klar. Sie hat ihn. Von hinten geben sie die Leine vor,
sein Frauchen schaut weg, sie kann es nicht sehen. Ist auch echt gefährlich! Der Schnelle nimmt ihn an der Leine,
klettert aber weiter… ups, abgerutscht, der Hund baumelt… aber er hat ihn fest im Griff und zieht ihn
das Zotteltier wieder hoch. Die anderen sehen gebannt zu, zittern nicht schlecht und beschließen nun,
dass der Weg doch zu beschwerlich für sie alle ist. Ok, Sepp, sie drehen um.“
„Guuut, Hans, das freut mich zu hören. Dann hab ich sie wohl bald wieder wohlbehalten hier bei mir.“
„Kann sein - mal sehen, was sie nun tun, erst einmal müssen sie über die Kletterstellen wieder hoch zum Gipfel
und dann die 300 Höhenmeter nach unten zurück zur Hütte schaffen. ...Hmm, das haben sie gut gemacht, die Erfahrenen
haben wertvolle Hilfe geleistet und so sind alle 18 mit dem Hund, der sicher auch ganz froh ist, dass sie umgekehrt
sind, wieder oben am Kreuz angekommen. Was ist denn das jetzt? Schon wieder Wein? Wer hat denn da
nach diesen Wanderwegen immer noch so eine schwere Flasche im Gepäck? Naja, auf den Schreck trinken einige
sicher gern etwas Betäubendes! Nun steigen sie ab – Hans… sie kommen!“

„Ich seh sie, ich lass schon mal ein paar Portionen Kaiserschmarrn vorbereiten! Da sitzen sie zusammen in der
Sonne auf der Terrasse und genießen meine Köstlichkeiten – das haben sie sich auch verdient. Die Vorräte aus
den Rucksäcken vertilgen sie nun auch noch, ich kann nicht mal mehr eine Flasche Wein erspähen … ich glaube,
ein weiter Gipfel ist wohl nicht geplant. Sie schnüren ihre Stiefel und machen sich auf den
Weg abwärts – diesmal nehmen sie den einfachen. Servus, ihr tapferen Helden, s war schön mit euch!“
„Jetzt werden sie noch gut 2 Stunden gen Tal pilgern, dann sind sie sicher ganz erleichtert, die verschwitzten
Kleider ausziehen zu können (da werd ich noch mal vorbeischauen, denn den Anblick lass auch ich mir nicht
entgehen!) und vielleicht gönnen sie sich dann alle zusammen noch Kaffee und Kuchen in der Sonne – so gut
wie die sich verstehen machen sie das bestimmt!“

„Ach, Hans, nun ist das erste Oktoberwochenende auch schon wieder vorbei, in einer Woche schließ ich meine
Hütte zu und bereite mich für die Skisaison vor… dann erst gibt’s wieder Trubel in meinen Betten!“
„Bei mir ist der Trubel für dieses Jahr fast vorbei, Sepp, es werden sicher noch ein paar Wanderer mein
Gipfelkreuz erklimmen und meinen Rücken quälen, aber diese 18 Gefährten des Hundes werd ich nicht so schnell
vergessen! Die waren so lustig und tapfer, haben sie so sehr gegenseitig unterstützt und hatten sich trotz
allen Schweißes und der Zeit, die sie miteinander verbrachten, immer noch und immer wieder Geschichten
zu erzählen! Mit denen hätte sicher jeder Schutzheilige seinen Spaß! Bald schon kann aber auch ich unter
der warmen Schneedecke ausruhen und nur über ein paar verirrten Skifahrern werde ich meine schützenden Hände
im Winter ausbreiten!

Berg heil, ihr Verrückten!“


06.06: Gib Deinen Sinnen freien Lauf - Ein Bericht von Günther

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Mittelrheinmarathon gehört auch nass zu den schönsten Rennen

Zugegeben: Die Stimmung im Fuhrpark (2 x Bus + ein PKW) verfinsterte sich wie die Wolken je weiter nördlich wir kamen.
Dass es bei der Startnummernvergabe schüttet, waren wir ja vom letzten Jahr gewohnt. Einzig die Hoffnung, dass es
rechtzeitig aufhört und sogar abtrocknet, wollte nicht so recht keimen. Dabei aßen alle ihren Teller auf.
Es ist übrigens gar nicht so einfach, in Koblenz ein Lokal zu finden, das 20 Portionen Spagetti verkaufen will.
Unsere Hartnäckigkeit bei der regenhaften Suche wurde dann doch belohnt. Mit etwas Geduld und dafür ohne Parmesan
entpuppte sich die Vorspeise als richtig sätigend.

So konnte es nach einer kurzen Umkleidepause in den Koblenzer Seitenstraße dann mit den Skates unterm Arm unter Regen
und ungläubigen Blicken der Koblenzer Bevölkerung gen Bahnhof losgehen. Hat der Zug dann sein richtiges Gleis gefunden,
ging das erste Rennen um die Sitzplätze auch schon los. Dank Teamwork hat's für die meisten geklappt. So mancher
Läuferzug kam scheint's zu spät zum Startschuss.

In Oberwesel war das Wetter dann auch besser; naja, es hat zumindest nicht mehr geregnet. Der Boden blieb hartnäckig
nass. Das Fahrtempo war trotzdem erstaunlich hoch. Die Burgen links und rechts des Rheins lagen meist im Nebel.
In den Städtchen fanden sich genügend Zuschauer, die uns anfeuerten, und Helfer, die Wasser reichten. Es soll sogar
Riegel und Obst gegeben haben. Die Züge wurden recht lang - bis zu den gefürchteten Pflastersteinen bei km 32.
Hier sprengte alles auseinander.
Danach den kurzen Berg hoch und ab zum Schluss-Spurt (Ähem: Darf ich das überhaupt schreiben?).
Eher gemäßigt ging es voll nach Koblenz. Ein Zweier-Team stürzte 500 Meter vor der Ziellinie, weshalb ich es nicht
mehr übertreiben wollte. Hauptsache ankommen - auch wenn die Zeiten vom letzten Jahr meist nicht erreicht wurden.
Trost: Auch die Profis fuhren 5 Minuten langsamer.

Geschafft, durstig und zwecks dem wirklich beschissenen Belag am Deutschen Eck barfußig, kämpfte man sich an den
Freibierstand, wo man dann nach und nach die SXP'ler wieder traf. Erschöpft aber glücklich suchten wir in kleinen
Grüpchen den kürzesten Weg zu den Bussen. Wieder gabe es ein fröhliches Umziehen. Dank dem Schwarzwaldbus wurde dies
mit einem kleinen Umtrunk belohnt. Schnell fuhren wir los mit Ziel Autobahnklo. Dort gab es dann noch interessante Musi
aus dem Handy. Dann wurde es ruhig im Bus. Dank Timo, fit wie immer, wurden wir sicher und schnell wieder nach Waiblingen
gefahren.


30.05-01.06: Fläming Skate - Ein Bericht von Sandra

Flaemingos_2009.pdf


30.05-01.06: Fläming Skate - Ein sehr subjektiver Bericht von Anne

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Am Pfingstwochenende waren wir - wie schon im vergangenen Jahr - in der Metropole der Flämingregion in Brandenburg.
Nicht etwa zum Sightseeing, nein, auch nicht zum Shopping, Gott bewahre, nein, wir waren - wie könnte es anders sein -
dort zum sporteln. Das Skatehotel in Petkus sollte uns ein weiteres Mal eine familiär-gemütlich-alles erduldende
(sogar tropfnasse Skater in ihrer Gaststätte) Herberge sein.

Die Wetterprognosen schienen nicht rosig, vielmehr sollte es mit bis zu 85% Wahrscheinlichkeit kleine Skater und
Skaterinnen regnen. Der Wettergott aber - von mir vielfach angebetet - meinte es tatsächlich einmal gut mit uns und
so wurden wir am ersten Tag nur auf den letzten Metern nass - dafür dann aber richtig! ;o) Die ersten 94,6 km hatten
wir geschafft, die Flämingrunde bot uns wieder traumhafte Landschaftszüge, aalglatte Wege und nette Begegnungen.
Mein Hüftchen spielte dank der Reha diesmal viel besser mit als noch im letzten Jahr, erst ab km 75 meldete sich mein
Hinterteil dann aber doch und verlangte laut und deutlich nach einem butterweichen Sofa.

Abends saßen wir leider nicht - wie 2008 - am gemütlichen Lagerfeuer, denn so lieb hatte uns besagter Wettergott dann
auch wieder nicht... aber die lieben Gastleute ließen uns mitgebrachte Weine, Sekte und diverse andere Spirituosen in
ihren Hallen genießen. Holli beglückte mich sogleich freiwillig unfreiwillig mit einer Sektdusche, so dass meine schöne
neue Frisur ihre Feuertaufe überstehen musste.

Am nächsten Morgen krochen wir eher geweckt als aufgewacht aus unseren Kojen. Das leckere Frühstück und die drei Kaffees,
die dank des Wettergotts, der erst zu annehmbar später Stunde die Wege abtrocknen ließ, alle Gemüter erweckten, ließen uns
gut gerüstet auf die zweite große Runde gehen. Robby, Nina und Franky waren aus Berlin angereist, um unsere
Nichtchillergruppe tatkräftig zu unterstützen... s Timole freute sich riesig, ein paar schnelle Mitspieler zu bekommen
und wir schossen los. Meine eine setzte sich immer dann gechillt nach hinten ab, wenn das Tempo gemütliche 32km/h überstieg.
("irgendwann kommt schon wieder ein Dorf mit 30-Zone, da hol ich sie dann wieder ein...") Von der ursprünglichen Planung,
die ganze Runde ohne Einkehren durchzuziehen wichen wir zugunsten eines superoberleckeren Erdbeerkuchens mit Vanilleeis
(Verbeugsmiley) nur kurzfristig ab.

Nach getaner Arbeit sollte uns heute die Sonne sogar für Spargel und Eis im Freien genügen, wenn auch das allabendliche
Gewitter zu späterer Stunde nicht fehlte. Abends wurden wir sogar noch einmal aktiv, spielten Tischtennis und Kicker oder
probierten unser gleichgewichtstrainiertes Können auf der Slackline.

Tag drei schließlich hielt nur noch eine kleinere Runde von 56km für uns bereit, da der Heimweg ja doch ein paar Stündlein
in Anspruch nehmen wollte. Ein laaaaanggezogener fieser kleiner Hügel raubte uns jedoch auch auf der reduzierten Version
einige Kräfte, so dass wir nach erneutem Spargelgenuss mit Milchkaffee recht zufrieden ins Autole einsteigen und uns gen
Remstal auf den Weg machen konnten.

Pfingstflämingskate geht einmal mehr als genussreicher Erfolg in die Jahrbücher ein und wir hoffen auf eine Neuauflage mit
etwas weniger "Sichwarmbekleidungszwang" im nächsten Jahr!


11-12.10.2008: Skater auf Abwegen

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Der Berlin-Marathon Ende September ist ein genialer Saisonabschluss einer jeden Skatesaison... so auch für
uns Skate-X-Pressler in diesem Jahr.

Kaum hatten wir die 4 Rollen in alle Ecken verfrachtet und die Regenerationszeit angeblasen begannen unsere
Muskeln zu zucken und unsere Schädel zu rauchen – das Fernweh wuchs ins Unermessliche und das Aktionspotential
der Sportlerherzen überschlug sich schier. So beschlossen wir kaum 2 Wochen nach der feucht-fröhlichen Berlin-Odyssee,
auf ein Neues unsere Taschen zu packen, die Schuhe zu schnüren (wobei wir die Rollen in besagten Ecken
verbleiben ließen) und uns auf den (Ab-)Weg nach Österreich zu machen. Freilich, wir wären auch gern zum
Extrem-Mountainbiking in den Schwarzwald gefahren oder zum Windsurfen auf Hawaii, auch Trailrunning auf Sardinien
hätte alle sehr gereizt, doch das liebe Alter und alle Nebenwirkungen, die dieses so mit sich bringt versagte uns
solch gewagte Aktionen und so begaben wir uns altersgerecht zum gemütlichen WANDERN. Dafür sollten unsere geschundenen
Knie, die kaputten Waden und geprellten Gelenke, die geplagten Rücken und diverse Herz- und Hüftschäden gerade noch
"tragbar" sein. Wer konnte im Vorfeld schon ahnen..
.. dass Bertram, Joachim, Petra und Timo nicht nur von all den eben erwähnten Schäden verschont, sondern noch dazu
solch vermaledeiten Wettkampftypen sind, die nicht mal den ach so gemütlichen, Ruhe und Erholung versprechenden
Rentnersport Wandern mal locker, leicht und langsam angehen können???!!!

So, Schnitt. Ich hoffe, mit diesen dramatisch-ironischen Eingangsworten nun auch den letzten Wandermuffel für diesen
Bericht gewonnen und den Boden für ein paar Minuten sensationellen Leseabenteuers geebnet zu haben.

Als erste im sonnigen Lechtal angekommen konnte unsere Autobesatzung (Timo, Tobi, Holger und meine eine) es nicht
erwarten und so besorgten wir uns im Hotel zur Post der Metropole Bach schnell den "Bergpass", damit wir den
steinigen, holprigen, von knackigen österreichischen und diversen muslimischen Wald- und Holzarbeitern übersäten,
durchaus abenteuerlichen Aufstieg zu unserer Hütte im Bergdorf Madau antreten konnten. Dieser erste Aufstieg erfolgte
noch gemütlich mit lustiger Musik verschönert im warmen Auto, denn der Skate-X-Press hatte sich zugunsten der
zahlreichen Versehrten (ich möchte an dieser Stelle betonen, dass absolut kein signifikanter Zusammenhang zwischen
den Merkmalen "versehrt" und "Alter" nachzuweisen war) in Sachen Übernachtungsmöglichkeit für eine Hütte auf 1.300m
Höhe entschieden. So konnten wir unsere Beauty Cases und das kurze Schwarze für den Aprés Wandérn gemütlich im weichen
Bett liegen lassen, während wir in schwindelnden Höhen unbeschwert zu toben beabsichtigten. Nach einem ernüchternden
Schwätzchen mit dem einzig aufzufindenden Menschen im idyllischen Madau, dem Wirt unseres Hauses Hermine ließen wir
uns eine geschlagene Stunde die Sonne auf den Bauch scheinen, bis der Rest des Skate-X-Press rund um den scheinbar
leicht verspätet eingetroffenen Öhi Gerhard um die Ecke bog. Unser ursprünglicher Plan, die "Nachzügler" im Tal
über unseren Aufenthaltsort zu benachrichtigen, scheiterte kläglich an der unendlichen Idylle der uns umgebenden
Landschaft. Und Held Tobi weigerte sich aus bis heute unerfindlichen Gründen strikt, per pedes die nette geräumige
Straße auf der Suche nach Handyempfang nochmals abzulaufen... Das Schicksal jedoch meinte es gut mit uns allen und
so kam es doch noch zu einem Happy Beginning kurz bevor die Sonne den Zenit erreichen konnte.

Oh je: eine Seite geschrieben und noch keinen einzigen Schritt gewandert... nehmt euch Zeit, liebe Leser, nehmt euch ZEIT!

Bereits beim Sonnenbaden war uns ein uns sensationell erscheinender Berggipfel in weiter Ferne durch seine bestechende
Ähnlichkeit mit TOBLERONE aufgefallen. Die erfahrenen Bergführer Bertram und Joachim (wobei die Reihenfolge der Namen
keineswegs zwischen Leistungsmerkmalen differenzieren soll, vielmehr habe ich mich für die simple alphabetische Anordnung
entschieden) hatten tatsächlich als Einsteigerziel des zeitlich weit vorangeschrittenen ersten Tages diesen wundervollen
Gipfel namens Seekogel für uns auserkoren. (Dies wissend erschien er uns gleich weniger sensationell und vor allem weitaus
weiter vom warmen, gemütlichen Haus Hermine entfernt.)
Doch die 15 Gefährten des Hundes konnte nichts erschrecken und so machten wir uns todesmutig und mit Wein und Kuchen
bewaffnet auf den langen, beschwerlichen Weg... der bereits nach knapp 3 Minuten in einer Sackgasse im Sumpf enden sollte.
Der unerschütterlichen Spürnase Ronjas folgend, die nicht nur zu Beginn dieses Tages die Herde zusammenhielt, erreichten
wir doch noch den zuerst 3km seicht bergan führenden befahrbaren Weg zum Ausgangspunkt unseres Aufstiegs.
Da ich bereits die Versehrtenproblematik hinreichend beschrieben hatte wird es nun nicht überraschen, dass wir bereits
hier unseren ersten Verlust zu beklagen hatten. Held Tobi musste dem Verstand Tribut zollen und seinem Herzen die
versprochene Ruhe gönnen. Unter Tränen verabschiedeten wir uns von unserem Freund, der gemütlich den Heimweg nach Madau
antreten musste. Die verbleibenden 14 Tapferen erwartete nach gefährlicher Gletscherflussüberquerung ein tatsächlich
herzzerreißender Aufstieg auf glitschigem, mal steinig, mal hölzernem, auch matschigem Untergrund. Nach anfänglich lockeren
Scherzen über die pumpenden Lungenflügel wurde ab und zu unauffällig das Tempo gedrosselt, wobei sich die starken
Ritter Timo, Bertram, Joa und das taffe Burgfräulein Susi lobenswerterweise ideal dem Allgemeintempo der Truppe anzupassen
wussten. In allen Köpfen mag in Anbetracht der fortgeschrittenen Tageszeit nur eine einzige Frage pulsiert haben:
"Wie um Himmels Willen soll ich DIESEN WEG wieder heil hinunter kommen???", denn wir waren davon überzeugt, die
ursprünglich geplante 8-Stunden-Runde keinesfalls vor der Gefahren bergenden Dunkelheit beenden zu können.
Nachdem Ronja den Kilometerpreis spätestens mit der wilden Hetzjagd nach einem Geißbock locker für sich entschieden
hatte, wir den wohl berauschendsten Wasserfall bestaunt hatten und unsere Lungen so laut pfiffen, dass noch Tobi im Tal
sicher genau wusste, wo wir uns gerade befanden, entschieden wir uns am wundervollen Bergbach zur ersten Verschnauf- und
Atempause. Oberfan Heide hatte Schokokuchen zu bieten, Petra punktete mit kleinen Tomaten und alle waren selig, dass sich
die Oberschenkelmuskeln langsam wieder auf normale Körpertemperatur einpegelten.
Die ersten Blasenpflaster fanden Verwendung, s Bärbele fand bewundernde Worte für ihre neuen Wanderstiefel und Karin fand
heraus, dass ihre geschundene Schulter zwar laut pulsierte, einem Wanderabenteuer glücklicherweise aber nicht im Wege stand.
Vorbei, ach was sage ich: inmitten einer wundervollen Kulisse aus schneebedeckten Gipfeln, schwindelnden Höhen, moosbewachsenen
Hängen, grünen Wiesen, steinigen Felsplatten und alle Qualen vergessen lassenden Eindrücken dieses sonnigen Tages erreichten wir
schließlich doch noch den Fuß des Berggipfels, wo unsere Gemeinschaft auf eine harte Probe gestellt werden sollte.

Eins war klar: die Fitten steigen auf. Noch eins schien entschieden: die Klugen bleiben hier, legen sich in die Sonne und
warten auf die Rückkehr der Fitten. Was aber war mit den Unvernünftigen?
... auch das wird nun kaum überraschen: die durchaus als gehandycapt zu bezeichnenden Gesellen Karin, Jürgen und Anne stiegen
auch auf. Und wir sollten belohnt werden. Bereits beim kräftezehrenden, tapferen Aufwärtsmarsch konnten wir unsere Herzen
an der Aussicht der Memminger Hütte und des hellgrünblau in der Sonne schimmernden Bergsees erwärmen, doch als wir unter
Schnaufen und Strapazen den Gipfel erklommen, erwartete uns ein großartiges Panorama. Ich verliere mich nun nicht in
erfolglosen Versuchen, dieses hinreichend zu beschreiben... nur so viel: Ich umarmte und küsste das Bergkreuz, konnte
die Tränen der Freude, der Erleichterung, des Stolzes und der Überwältigung nicht bezwingen und war froh, als ich endlich
einen Schluck aus der von Bertram in grandioser Leichtigkeit mitgebrachten Weinflasche nehmen durfte.
Auch froh waren alle, die einst den vorhin erwähnten Gedanken gehegt hatten, als unsere Bergführer konstatierten, wir
könnten die veranschlagte Runde doch erfolgreich zu Ende bringen. Die Klugen hatten sich erholt, die Fitten hatten ohnehin
kein Problem und die Unvernünftigen konnten sich nun keine Blöße mehr geben und so marschierten wir alle frohen Mutes
weiter in unserer idyllischen, absolut begeisternden Landschaft. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit sollte unsere 14köpfige
Spitzengruppe den Gletscherfluss erreichen und vor Freude strahlen. Der uns bekannte 3km-Rückweg war ein Katzensprung in
Anbetracht der Hütten-, Futter-, Sauf- und Duscherwartung, die uns nun leitete.
Ronja war wohl die einzige, die absolut nicht tot zu kriegen war, uns alle mit ihrer Kraft und Unerschütterlichkeit
beeindruckte und noch immer voraus lief, um die Lage zu erkunden und für ihre Menschenhorde abzusichern.
Da dieses 2. Oktoberwochenende das letzte in 2008 war, an dem die Hütte geöffnet haben sollte, mussten alle Vorräte
vertilgt werden und zur Freude aller veranstaltete der Hausherr Klaus (hier ist keineswegs ein i anzuhängen!!!) ein
abendliches Grillbüffet, was wir kaum erwarten konnten. Teilen mussten wir einzig mit einer Abordnung der ansässigen
Feuerwehr und 2 netten Wandersleuten und so schmatzten wir genüsslich im warmen Nest der Berghütte, bis am Tisch die
ersten Äuglein zufielen. Eine müde Bergwanderseele nach der anderen verzog sich ins Bett, bevor das große gemeinsame
Schnarchen losgehen konnte, die Fitten spielten noch lustige Spielchen mit und ohne Feuerlöschersleut und so klang
ein kühler, einen wundervollen Sonnensonntag versprechender Abend in österreichischen Bergen aus.
Überaus erholt und einfach wunderhübsch anzusehen krochen wir am nächsten Morgen aus unseren Kojen und durften auch
beim Frühstück die Vorzüge des letzten offiziellen Wanderwochenendes von Hermine erfahren. Nach Kaiserschmarrn und
Germknödel am Abend genossen wir nun Apfelstrudel und diverse Käsespezialitäten und stärkten uns für das bevorstehende
neue Abenteuer.
Tobi hatte am Abend vom gestrigen Gipfelbezwingen genug gehört und entschied (spätestens nachdem er einen Gefährten
nach dem anderen mit schmerzverzerrtem Gesicht aus der Hütte stolpern sah) tapfer, auch heute den Zauber Madaus zu
bevorzugen. (später sollten wir erfahren, dass er schlichtweg der Wlan-Eroberung von Hermine nicht hatte widerstehen
können und den ganzen Tag voll in seinem Element war!) Trotz schmerzenden Muskelkaters und uns munter einredend, dass
dieser ein Geschenk sei und schließlich nur neue Muskulatur produziere traten wir in gleicher Besetzung wie am Vortag
im Frühtau die von Bertram angekündigte "maximal 4 bis 5 Stunden-Tour" an. Joa fügte noch motivierend hinzu, dass
"alles am 3.Wandertag besser werde" und so waren selbst die Klugen und Unvernünftigen sicher, auch die heutige Tour
gut überstehen zu können.
Auch heute sollte es nach gemächlichen 2,5 km Einstiegsstraße erst einmal steil...steiler...am steilsten bergauf gehen.
Einen wundervollen Blick auf den von uns stolz erklommenen Seekogel genießend stiefelten wir tapfer schnaufend den
Berg hinan, bis wir auf einer sonnendurchfluteten Wiese stoppten und inmitten von Disteln, die nun natürlich an unseren
Stahlmuskeln scheiterten, Platz nahmen. Hier wurden erstmals alle Hosenbeine gekappt und die festen Waderln kamen ans
Tageslicht. Auch am Oberkörper sollte sich das Zwiebelschalenprinzip auszahlen, es wurde auf kurzärmelig umgerüstet.
Leider gab es auf der heutigen Tour keinen Gipfel zu erstürmen, doch bereits etwa 5 Minuten nach der ersten Pause erreichten
wir ein symbolisches Bergkreuz – immerhin hatten wir bei unserem grandiosen Aufstieg in 30 Minuten über 700 Höhenmeter
hinter uns gebracht. Stolz auf das bereits Erreichte gönnten wir uns eine weitere Ruhephase im Schutze einer bereits
geschlossenen Berghütte, von der aus wir einen fantastischen Blick auf Seekogel, das heute noch geplante Wegstück,
die 1300m hohe Hermine und den Bauch von Bärbel und Susanne hatten.
Genug gelabt setzten wir unseren Weg fort, Ronja fand glücklich das einzige Schlammloch des Wochenendes und suhlte sich
fröhlich darin. Frauchen nahms locker und gab heitere Geschichten ihres Lieblings zum Besten, während Anne, Heide und
Michi langsam etwas zu schwächeln begannen. Nicht jeder der Gefährten war auf Höchstleistungen trainiert, wie sie in
Skate-Marathons zu erbringen sind und der eine oder andere bekam dies nun zu spüren. Die umwerfende Strecke allerdings
entlohnte uns für alle Strapazen, so entglitt Heide von Zeit zu Zeit in Schwärmereien dieser so abwechslungsreichen
Tour! Meine Worte können diese fantastische Kulisse wohl nicht annähernd so anschaulich beschreiben wie das dort
gewonnene Bildmaterial, daher verweise ich an dieser Stelle auf die Skate-X-Press-Galerie.
Von den versprochenen "maximal 5 Stunden" mussten wir uns nach 5 Stunden und dem Wegweiser "Madau 1,75 h" letztlich
verabschieden, aber glückselig erreichten alle 14 Gefährten des Hundes doch noch das Gasthaus Hermine, wo Tobi und die
Autos schon darauf warteten, den actionreichen Abwärtsweg zu genießen.
Die Füße klagten, die Beine strotzten vor neuer, junger und frischer Muskulatur, der Wirt genoss das nun in der Sonne
folgende Stripteasespektakel und Ronja konnte zur Freude und Beruhigung aller Gefährten auch mal nix weiter tun als
liegen. Nicht mal mehr das Köpfchen war sie bereit zu heben und irgendwie schien uns der Hund aus der Seele zu sprechen.
Fressi, Wasser und ein gemütliches Schlafplätzchen – nach viel mehr war uns nun nicht mehr zumute.
Weil wir uns aber alle so mögen und dieses traumhafte Wochenende gemeinsam feierlich beschließen wollten trafen sich
alle 15 Gefährten noch im "Hirsch" bei Ulm, um zumindest den ersten Teil aus Ronjas Traum: "Fressi" gemeinsam zu genießen.
Abschließend bleibt mir nur zu resümieren, dass es bei uns mit dem "Rentnerwandern" nicht so ganz geklappt hat,
wir daher ALLE stolz auf uns sein können und sicher lange von ganz tollen Eindrücke zehren und uns an prima Erinnerungen
laben werden.

Der von uns dank unseren Bergführern praktizierte Wandersport stellt – das muss sogar ich zugeben! – eine absolute
Konkurrenz zum Mountainbiken, Trailrennen und Windsurfen dar und es gilt, ein solches Abenteuer in 2009 unbedingt
zu wiederholen!

Anmerkung der Autorin:
Mein ganz besonderer Dank geht an meinen Schatz Timo, der das ganze Wochenende mit doppeltem Gepäck auf seinem
stählernen, muskelbepackten Rücken wanderte und stets mit einem Auge auf seine hüftgeschwächten Anne achtete –
was wäre ich bloß ohne dich?! Danke!!!!

An alle, die diesmal nicht dabei waren:
Es überrascht sicher nicht, dass die 15 Gefährten finden, ihr hättet ne Menge verpasst... aber 2009 gibt die nächste
Chance und die Gemeinschaft des Hundes hat sicher noch Platz für ein paar mehr Gefährten!


27.09.2008: BERLIN, BERLIN - WIR FAHREN NACH BERLIN

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(Klick für Bild in Orginalgröße)


Ein Anfängerbericht

Mitten in der Nacht, also kurz nach dem Nachhausekommen geht's los. Die Vorfreude hält sich noch in Grenzen.
Ja nicht in der S-Bahn einschlafen und den Bahnhof verpassen. Bitte keine (werkstags sonst übliche) Verspätung!
Falls pünktlich sind es theoretisch 6 Minuten von der S-Bahn zum Gleis 8. Geschaft! Rein, erster Sitzplatz und
Augen zu. 2 Sekunden später die Schaffnerin, Fahrkartencheck (Scheint's bin ich im richtigen Zug) mit dem
dezenten Hinweis, dass auf meinem Platz ab Mannheim reserviert ist. Wer eine Reise tut, der hat was zu erzählen.
Vor allem wenn er Bahn fährt, 4 - 5 Mal den Nachbarn wechseln (muss) und die komischen Blicke auf seinem Helm
gerichtet sieht.

Berlin Hauptbahnhof: Kaum 5 Stunden später gibt's ne kleine - nein, eigentlich ne große Stärkung. Dann kommen
die Skates an. Die seltsamen Blicke, die sich die Berliner sonst so geben, wenn sie einen Skater sehen, halten
sich im Regierungsviertel in Grenzen. Da ist man nicht allein. Nur sind alle anderen schon hinter dem Gitter.
Und zu diesem Bereich gibt es wohl nur Ausfahrten - aber nirgends kommt man rein, geschweige denn durch.
Durch den Tiergarten geht's ein Stück. Dann wird Asphalt zu Dreck und man kehrt wieder um, besinnt sich auf die
Straßen und Gehwege, nimmt kilometerlange Umwege in Kauf - man wollte sich ja eh einrollen - und kommt am ersten
Ziel an: Unserem Hotelstützpunkt. Die ersten Speedskater in gelb, also keine SXPler kommen mir entgegengerollt.
Da wartet dann auch schon meine Tüte, mit Prospekten, Schwamm, T-Shirt und (endlich) der Startnummer sammt Nadeln.
Bekam die Tüte auch gleich mit der Hotelrechnung. Super Service. So schnell ging's noch nie.

Rüber zum Brandenburger Tor. Auweia. 7.685 Skater. Wo sind die vom Skate-X-Press? Tatsächlich finde ich Manfred.
Doch der startet mit seiner eigenen Gruppe. Auf der Einfahrstrecke düst Timo grüßend an mir vorbei. Schon treffe
ich das nächste Grüppchen. Klasse! Dann die Startnummernvergleiche. Es gab die Blöcke A, B, C, D, E und F. Ich
hatte das H-Kennzeichen, das ich nicht mal am Auto will. H steht wohl für "heute zum ersten Mal dabei",
was soviel wie: "Du startest ganz hinten!" bedeutet. Macht nix. Wie es sich raus stellen sollte, war es
gesundheitstechnisch von Vorteil in der gemütlicheren Gruppe zu starten.

Nun begann das lange Warten auf meinen Startschuss. Immer wieder das Gejohle der vorderen Gruppen. Die Stimmung stieg.
Es war so gar richtig grandios zwischen den 7.000 "Freizeitskatern" zu stehen. Schuss! Los geht's. Go, go, go.
Gejubel und Anfeuerung von Tausenden. Komme gut weg. Rum um die Siegessäule. Ich bin gut.
Überhole ganze Schlangen, finde immer wieder Gruppen, um mich daran zu hängen, will nicht nach 10 km schon fertig sein.
Einteilen. In der Ruhe liegt die Kraft. Doch schon geht wieder eine Gruppe links vorbei und ich häng mich dran.
4spurige breite Berliner Hauptstraßen - und nur Skater. Gut, ein paar Ausnahmen: Fußgänger und Fahrradfahrer,
die die Straße queren. Manche sind nicht mal überrascht darüber, wie schnell sich ihnen die Skater nähern. Diesbezüglich
ging alles gut. Die angesichts der Massen wenigen Stürze, die ich sehen konnte, gingen klimpflich aus. Bin bestimmt schon
15 km gefahren - gibt es denn hier keine Getränkestände? Immer nur weiter. Gefühlsmäßig bin ich gut in der Zeit. Plötzlich
war da was: Die Halbzeitsmessung - erst? Vielleicht ist meine Zeit gar nicht so gut. Merke plötzlich, dass nicht ich
überhole, sondern ich überholt werde. Tja, jetzt ist Schluss mit lustig. Muss mich richtig anstrengen, um irgendwo dran
zu bleiben. Hat häufig nicht geklappt. Man spürt's am heftigen Gegenwind. Kommt auf einmal gar nicht mehr vorwärts.
Wo ist man? Yorkstraße - schon mal gehört. Bis zum Potsdamer Platz ist noch weit. Ah, Getränke - aus dem Becher.
Nix für verwöhnte Stgt-Lauf-Flaschentrinker. Trotzdem einen gekrallt. Ganz langsam getrunken.
Soll man, hört man immer wieder. Ein Schild entdeckt, auf dem die 30 steht. Wow, das bekomme ich auch noch hin.
Die Getränkestellen und damit nasse Fahrbahnen häufen sich. Was fehlt ist die richtige Gruppe. Erst ab km 35 finden
sich die Grüpchen, die bis ans Ziel mehr oder weniger beieinander blieben. Es geht wieder leichter. Hey, ich seh die
ersten bekannten Dresses: Einmal Speedteam Stuttgart und da vorne Skate-X-Press. "Komm Karin, häng Dich dran!"
Im Vorbeifahren sehe ich, dass da was nicht stimmt. Sie will nicht. Keine Zeit für längere Diskussion.
Stoff und weiter geht's. Aber nicht leichtsinnig werden. Warte auf km 40 bevor Du wieder anziehst! Die Straßen werden
wieder breiter. Da vorne ist der Potsdamer Platz. Breit und viele Menschen. Alle applaudieren und feuern an.
Weiter geht's. Kurve. Eine überschaubare Gerade dann die Kurve und ab zum Brandenburger Tor. Alle anderen ziehen auch an.
Das Brandenburger Tor: Mitten durch! Danach die riesige Menschenmenge. Lautes Gejohle. Der Moderator über Lautsprecher.
Keine Gedanke an Endspurt. Einfach nur den Zieleinlauf genießen. Und durch.
Medaille - schön mit Skater drauf. Banane, Wasser und die ersten SXPler.

Finstere Mienen mischen sich in den Freudentaumel: Die ersten Hiobsbotschaften von Stürzen. Karin hat's wohl schlimm erwischt.
Sie müsste gleich kommen. Kommt aber nicht. Hat sich inkognito durchgemogelt. Man hört von weiteren Stürzen.
Betürzung mischt sich auch in den eigenen Jubel und beste Laune. Wird am Bierstand aber erstmal verdrängt. Ergebnisse
werden gesimst. Wenn's stimmt, habe ich Bestzeit (War schon mein zweiter Marathon). Es war klasse, eigentlich unbeschreiblich.
Müsst Ihr selber erleben - mit "H" im gemütlichen Block!

UND WAS GAB ES SONST NOCH?

Der "Rest" war viel zu gut, um nicht erwähnt zu werden. Erstmal spielten THE SWEET (Andy Scott spielt noch immer an der
Gitarre - und Brian Conolly wurde kaum vermisst) vor dem Brandenburger Tor Ihre größten Hits: Wig Wam Bam, Teenage Rampage,
Fever Of Love, Co-Co, Papa Joe, The Six Teens, ... . Alle wurde sie gespielt. Und wem beim Lesen dieser Lieder nicht das
Bein zuckt, der ist nicht mit metallenen Rollschuhen aufgewachsen.

Bestens gelaunt ging es über den Potsdamer Platz, auf dem noch eine bärenstarke Elsässer Band Begeisterung hervorrief,
zum Postbahnhof am Ostbahnhof (Stand wirklich so auf der Einladung). Finsterer Discoschuppen, zu dem man Einlass nur
mit der Skatereinladung erhält. Die coolen Jungs vor mir wurden tatsächlich abgewiesen. Mit "Break On Through" von den
Doors ging es auch dort gleich auf die Tanzfläche, wo sich die zentrumsnah untergebrachten SXPler schon tummelten.
23:30 Uhr gab es vor der Preisverleihung noch ein Skatespecial, was trotz ausreichender Größe nicht ganz eingesehen
werden konnte. Dafür die Siegermädels aus Italien und Columbien. Sehr nett. Der schnellste Mann kam aus America und
alles nochmals zusammen und gemischt und in Teams und und und. Die Bierchen schmeckten immer besser und so ging der
Abend auch ganz allmählich zu Ende.

Am nächsten Morgen gab's Sekt zum Frühstück und das Fernsehen berichtete schon wieder life von 40.000 Läufern,
die sich gerade auf den langen Marathonweg machten. Während die meisten die Heimreise antraten, musste der Neuling
natürlich an die Strecke. Er hat es nicht bereut. Bombenstimmung! Nicht nur beim Weltrekordler - auch beim endlosen
Teilnehmerfeld. Man kann es wirklich nicht mit dem Stuttgarter Zeitunslauf vergleichen. Wenn selbst nach 6 oder 7
Stunden die letzten durch das Brandenburger Tor laufen, ob barfuss oder im Boxerkostüm, matt aber überglücklich winken
sie den tapfer ausharrenden Zuschauern zu. Kein Wunder, dass der erste SXPler seinen 2009er-Flug schon wieder gebucht hat.

Günther


22-26.08.2008: Donauskaten von Passau nach Wien

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(Klick für Bild in Orginalgröße)


Mitte August machten sich 13 verrückte Rollenfreunde mit mehr oder weniger Gepäck auf zum großen Abenteuer.
Es galt 324 km (+/- je nach Reiseführer) von Passau bis nach Wien in 3 Tagen zu bewältigen. Als Erkennungszeichen
wurden alle in – an Holland erinnernde – knallig-orangene T-Shirts gesteckt.

Die Zugfahrt nach Passau nach Wien wurde drastisch verkürzt, indem eine um die andere Sektflasche geköpft wurde.
In Passau hatten wir dann die Qual der Wahl: 30 min. Fußmarsch, Taxi oder Test der Skates. Einige wenige "Fußkranke"
nutzten dann den Service eines Taxis. Die anderen "Harten" der Gruppe schleppten sich durch die sengende Sonne Passaus
bis hin zu unserer – etwas modrig riechenden – Unterkunft, die ihre Bestzeiten schon lange hinter sich hatte.

Damit wir nicht mit der Unglückszahl "13" zu unserem Event aufbrechen mussten, geselle sich noch eine Radlerin zu uns,
welche bereits schon einige Tage eher die Anreise mit ihrem Rädchen angetreten hatte und schon "Betriebstemperatur"
erreicht hatte..

Bei schönstem Sommerwetter kamen wir in Passau an, die Prognosen waren aber alles andere als vielversprechend. Bereits
in der Nacht öffnete der Himmel seine Schleusen, so dass wir den Heimweg nach einigen Mai-Tai mit dem Taxi zurückgelegt
haben. Die Hardcore-Truppe, welche sich an diesem Abend bereits gefunden hatte, zog an allen Tagen gemeinsam bis zum
Schluss durch die Häuser.

Am Samstag Morgen, von einem mittelmäßigen Frühstück gestärkt, Geburtstagsliedchen geträllert, sattelten wir unsere
kleinen Rucksäcke und unsere Skates. Im Vergleich zur ersten Tour 2006, hatten wir den unbezahlbaren Service eines
Gepäcktransfers, der es uns erlaubte, nur mit "kleinem Gepäck" zu reisen. Dies klappte dann auch an allen Tagen wie
am Schnürchen. Wider Erwarten regnete es zum Start unserer 125 km Etappe noch nicht. Es war frisch, bewölkt und nicht
wirklich schön!

Um die heizenden Rudelskater des SKATE-X-PRESS im Zaum zu halten, durften sie sich am ersten Tag nicht an der
Führungsarbeit beteiligen, um das Tempo auf "gemütlich" zu halten. Einige Teilnehmerinnen hatten nämlich Bauchweh
und andere ungute Gefühle, wenn sie von den durchweg schnellen Aktivitäten des SXP hörten. Wenn ich mich recht erinnere,
durften sie eigentlich gar nicht!

Der erste Streckenabschnitt von Passau nach Enns (ca. 126 km) war leicht und einfach zu fahren, da wir einen sehr guten
Asphalt vorfanden und in einem gemäßigten Tempo einfach nur dahingleiten konnten, bis uns dann der Regen einen Strich
durch die Rechnung machte, und wir auf dem sehr glitschigen Belag extrem vorsichtig sein mussten.
Nach 6 1/2 Stunden reiner Fahrzeit, bei der wir dann auch richtig nass geworden sind und mit Laub und Holz vom Unwetter
der Nacht zuvor zu kämpfen hatten, erreichten wir das erste Etappenziel Enns, wo wir im Hotel Limes vorzüglich bewirtet
und versorgt wurden. Der ganze Altpapiervorrat wurde uns ausgehändigt, um unsere nassen Skates damit auszustopfen.
Einem Freund des Junker-Schuhs trieb es fast Tränen in die Augen, mit anschauen zu müssen, wie sein schöner, teurer,
neuer Junker zentimeterweit im Schlamm versunken war, von Geröll, welches das Unwetter in der Nacht zuvor auf die Radwege
gespült hatte.

Nachdem am Sonntag Morgen unzählige nicht mehr laufende Kugellager und Rollen gewechselt werden mussten, ging's los zur
zweiten Etappe mit ca. 130 km mit Endziel Krems. Der Belag war leider nicht mehr so "magedammäßig" wie bei der 1. Etappe,
aber immer noch recht gut zu skaten. Bevor wir Krems erreicht hatten, wurden wir auf einem Dorffest vom Bürgermeister
persönlich begrüßt und haben uns dort prächtig unterhalten und uns ein paar Wachau-Viertele einverleibt. Die Unterkunft
in Krems war idyllisch und oberromantisch. Diente einige Jahre zuvor auch als tschechische Filmkulisse mit den
Schauspielern Erol Sander und Barbara Wussow. Leider war dies auch das einzige Highlight, was Krems so zu bieten hatte.
Die einzige positive Erinnerung – außer der Unterkunft – an Krems war "Ewald", ein cooler Kellner und gleichzeitig Entertainer
unseres "Aperitiv-Speise- und Absackerlokal".

Aufgrund der Erfahrung der ersten Tour war bekannt, dass der Belag am dritten Tag nicht unbedingt als Magedam bezeichnet
werden konnte (ein mitfahrender Skater bezeichnete ihn als "Grobkiesel"), reduzierten wir das Pensum des letzten Tages
auf 80 km. Der Zieleinlauf in Wien auf der Donauinsel mit Blick auf knackig-nackte Menschen entschädigte uns dann wieder
für viele Kilometer rauen Asphalts. In Wien angekommen waren alle Strapazen, Blasen und Druckstellen bei allen fast vergessen.
Eine Skaterin wurde nur durch die Anwesenheit städtischer Angestellter davon abgehalten, ihre Rollschuhe in der Donau
zu versenken!

Nachdem abends eigentlich niemand mehr Kohlehydrate in Form von Nudeln sehen konnte, belohnten wir uns um einem
oberleckeren Essen, in einem gemütlichen Hinterhof bei einem Türken. Da es für den Besuch beim Heurigen (Besen) schon zu
spät war, ließen wir den Abend mit einigen Mai-Tai(s) in einer Cocktailbar ausklingen. Der Versuch einer Teilgruppe noch
eine Absackerkneipe zu finden, scheiterte kläglich "Mangels Masse".

Über unsere Unterkunft in Wien brauchen wir eigentlich keine Worte verlieren. Einfach und zweckmäßig.
Dank eines großzügigen SXP-ler haben wir dann doch noch ein gescheites Frühstück bekommen.

Den Dienstag nutzen wir für eine ausgiebige Stadtrundfahrt mit Besichtigungstour des Stefans-Doms, bevor es am Nachmittag
hieß, sich von Wien zu verabschieden und sich in Richtung Flughafen zu begeben. Leider verzögerte sich wegen eines
"technischen Defekts", man hätte auch sagen können "Reifenpanne" der Start um einige Stunden.

Alles in allem eine gelungene Skate-Reise mit einem bunt zusammengewürftelten Haufen skate-verrückter SportlerInnen.
Und wieder einmal wurde bewiesen, dass der Wettergott doch ein Skater sein muss .....

Mir hat's riesen Spaß gemacht!
Petra Klenk


13-14.10.2007: Wandern im Tannheimer Tal

2007_TannheimAlle.jpg 2007_TannheimGipfel1.jpg 2007_TannheimGipfel2.jpg 2007_TannheimKarte.jpg
(Klick für Bild in Orginalgröße)


Wir trafen uns am Samstag 13.10.07 um 10.00 Uhr auf dem Parkplatz Neuner Köpfle Gondelbahn, es war noch ziemlich neblig,
aber man konnte schon sehen, dass die Sonne am kämpfen und es nur noch eine Frage der Zeit war, bis wir schönes Herbstwetter
hatten.

Als dann alle mit geschultertem Rucksack abmarschbereit waren gings im Tal entlang 3 km zum Haldensee von wo wir dann rechts
in ein Tal abzweigten u. auf dem Saalfelder Höhenweg durch den Bergwald u. über Almwiesen ca. 600Hm aufgestiegen um dann bei
herrlichem Rundblick Mittagsrast zu machen. Anschließend gings weiter, der Weg führte unterhalb der Sulzspitze vorbei,
die wir natürlich in kurzem Gipfelsturm besteigen mussten. Danach wanderten wir leicht ansteigend über die Hochebene zum Fuße
der Schochenspitze die wir auch erklommen um das geniale Bergpanorama zu genießen. Nach dem Abstieg brauchten wir nur noch
50 Minuten um an der Landsberger Hütte gegen 16.00 Uhr einzutreffen. Nach ordentlicher Stärkung mit Germknödel u. anderen
leckeren Speisen, bezogen wir unser Matratzenlager um danach nochmals die Wanderstiefel zu schnüren u. auf die Lachenspitze
zu steigen, wo wir dann den von Joachim versprochenen Gipfelwein genießen durften. Es war schon beinahe dunkel als wir wieder
zurück waren, es folgte ein gemütlicher Hüttenabend mit ausreichendem Flüssigkeitausgleich. Sonntags nach dem Frühstück
marschierten wir gegen 8.30 Uhr aufwärts auf dem Jubiläumssteig über das Steinkarjoch zum Kugelhorn, über dieses zur Hinteren
Schafswanne um anschließend noch das Rauhorn zu besteigen, es folgte ein langer Abstieg hinunter zum Vilsalpsee das waren die
inlinetrainierten Beine gar nicht gewöhnt; * stööhhn*. Auf der Vilsalpe angekommen, gönnten wir uns köstliche Getränke aus ganz
großen Gläsern. *Zischschsch*. Von dort wanderten wir um den See nach Tannheim zurück wo wir gegen 16.30 Uhr am Auto ankamen.
Beim gemütlichen Abendesse in OY-Mittelberg, ließen wir das herrliche Wochenende ausklingen u. machten uns von dort auf die
Heimfahrt, mit der Vorfreude auf das nächste Wanderwochenende.

Dank an

- VW und AUDI für den verlässlichen Transport
- Den Lachenspitze-Strümpfelbacher Trollinger namens "Gretle" für die Farbe auf unseren Gesichtern (die nicht von der Abendsonne stammt)
- Sämtliche Remstäler Metzgereien für leckere Peitschenstecken, Landjäger, Kaminwurze
- Ronja für den Durchschlag ihrer uns motivierenden Appenzellergene
- Das Rauhorner Gipfelbuch, das geduldig den Roman aufnahm, den Bertram reinschrieb (was für einen eigentlich? Heimat-, Berg- Heldenroman?)
- Das Hundehotel, das 3 "Mädels" kühlen und (fast) schnarchfreien Unterschlupf fernab muffig-gedrängten Matratzenlagers gewährte
- Alle Durchfütterer, die es SuLu erlaubten, einen sooooo kleinen Rucksack zu tragen
- Die brrr-kalten Waschmöglichkeiten, die den Säuremantel unserer Haut intakt ließen
- Die Landsberger Hütte für ihr Knödelspektrum
- Bayern 3 für das Senden seiner Grölschlager in unseren Partybus
- Die wortkarge, schulterzuckend-zickige Bedienung in Oy, die uns von den Berggefühlabhebungen zurückholte auf den Boden der Realität
- Den Böblinger Slalomfahrer auf der B10, der uns am Schluss der Heimfahrt wachhielt
- Den blauen Himmel für ... "oifach schee, gell, isch’s it schee, odr?"


09.09.2007: 12. EBM-Papst Marathon in Niedernhall

2007_Ebm_1.jpg
(Klick für Bild in Orginalgröße)


Der geschlossenen Mannschaftsleistung des SKATE-X-PRESS war es zu verdanken, dass diese den Preis für das Team mit den meisten
Teilnehmern einheimsen konnte. Bei fast 300 Sportlern waren 17 Starter der Remstal-Truppe vor Ort. Außerdem konnten einige SportlerInnen
vordere Podestplätze ihrer Altersklassen gewinnen.

Wer ist eigentlich der SKATE-X-PRESS?

Jeden Mittwochabend starten ab der Rundsporthalle in Waiblingen 30-40 skatebegeisterte SportlerIinnen auf einer ca. 25km langen Runde bis
nach Winterbach und wieder zurück. Dabei sind alle Leistungsstärken und auch Altersklassen vertreten. Das Nesthäkchen im Skate-X-Press
ist 10 Jahre alt und der älteste Teilnehmer fast 60!

Inline-Skating oder - die schnellere Variante davon - das Inline-Speedskating ist ein junger und anspruchsvoller Sport und übt seine
Faszination auf nahezu jeden aus, der damit in Berührung kommt. Speedskating als Leistungssport in der breiten Öffentlichkeit wenig
bekannt, ist eine Mischung aus Geschwindigkeit, Technik und Taktik – einfach Action pur. Begeisterte Vertreter dieser Sportart haben
sich in Waiblingen zur wöchentlichen gemeinsamen Ausfahrt zusammen-getan. Einige von ihnen bestreiten auch Wettkämpfe, wie den
Halbmarathon in Stuttgart, den Berlin Marathon Ende September, oder einige gar die 111km im schweizerischen St. Gallen. Ein Highlight
im vergangenen Sommer war die erfolgreiche Teilnahme beim legendären 24h-Rennen im französischen Le Mans.

Im Vordergrund allerdings steht bei den Mittwochs-Skatern die Freude am gemeinsamen schnellen Dahingleiten auf acht Rollen. Das gesellige,
gemütliche Beisammensitzen im Anschluss ist auch ein nicht zu unterschätzender Aspekt, der immer wieder zu Teilnehmerrekorden führte.

Geschwindigkeiten bis zu 30 Stundenkilometern bei den Ausfahrten, und bei Rennen noch weit höher sind keine Seltenheit. Das liegt aber
nicht allein an den windschnittigen Schuhen mit acht Rollen, sondern wie bei jeder Sportart gehört viel Übung und Training dazu. Wer die
Fahrtechnik beherrscht, stürzt auch nicht so leicht. Sicher, auch beim SKATE-X-PRESS fällt mal jemand hin, aber bis auf Hautabschürfungen
sind noch keine größeren Verletzungen vorgekommen. Zudem besteht bei allen Ausfahrten und Rennen Helmpflicht.

Noch bis Ende September werden die Skate-Ausfahrten stattfinden. Den Winter über werden die Inlineskates gegen Lauf- und Walkingschuhe
ausgetauscht, um nicht - die den Sommer über aufgebaute Kondition - zu verlieren. Wer mehr über den Skate-X-Press und seine Aktivitäten
wissen möchte, kann sich gerne auf der Homepage www.skate-x-press.de informieren.


30.06.2007: Der längste Tag: 24h Inline-Skaten in Le Mans

2007_LeMans_1.jpg
(Klick für Bild in Orginalgröße)


Bericht 1:

Die 24 Stunden von Le Mans. Ein Mythos für Motor- und Inlinesport.

In Frankreichs Westen etabliert sich das internationale Sportfest in überschwänglicher Atmosphäre. Zu der geglückten Mischung des nach
allen Leistungsklassen offenen Wettbewerbs tragen Breitensport und Spitzenmannschaften gleichermaßen bei. Am Wochenende reisten 10
Vertreter des Waiblinger Inlinetreffs (Skate-X-Press) nach Le Mans in Frankreich um am 24-Stunden-Rennen für Inline-Skater auf dem
Bugatti-Ring teilzunehmen.

Es gingen insgesamt 550 Teams und 30 Einzelfahrer aus der ganzen Welt an den Start. In Deutschland gibt es keinen vergleichbarer
Wettbewerb dieser Größenordnung. Im Staffelverfahren wechseln sich in jeder Mannschaft zehn Skater ab. Das Team, das nach 24 Stunden
die meisten Runden errungen hat, gewinnt den Wettkampf. Es ist nicht allein die Distanz der Rundenläne von 4,4 Km,die den Skatern zu
schaffen macht. Es ist zu einem die hohe Beslastung durch die permanente Anstrengung im anaeroben Bereich, "man läuft die ganze Runde
am Limit" erkärt Manfred Keller.

Zum anderen ist zu Beginn jeder Runde eine Steigung von 3,5% auf 600 m zu überwinden - die berühmte Dunlop-Kurve - die im Laufe des
Rennens für die Skater immer verhasster wird. Der Start erfolgt am Samstagmittag um 16 Uhr. Vorher gibt es aber noch einen Sprint über
300m der für die Startaufstellung entscheident ist. Unser Sprinter Timo brachte den Skate-X-Press auf den 38. Startplatz. Wie beim
Autorennen geht dem Rennstart ein Sprint voraus. Laufen die Motorsportler zu ihren Autos, so hetzen die Skater in Socken über den Asphalt
zu ihrem Skate. Und dann gehts los.

In 2-4 Stunden-Turnus wechseln sich drei Gruppen innerhalb des Skate-X-Press-Teams ab, so daß jede Gruppe zwischendurch Zeit zum Essen
und Schlafen hat. Zu der Müdigkeit kam noch um Mitternacht der Regen dazu, was das Skaten nicht einfacher machte. Am Sonntagmorgen hörte
der Regen auf und es kam ein stürmischer Gegenwind im letzten Drittel der Runde, der die Skater fast zum Stehen brachte. Diese hohe
körperliche Belastung über 24 Stunden hinweg ist nur mit einem hohen Maß an Motivation zu schaffen. "Ein bischen verrückt muß man schon
sein," sagt Mitskaterin Petra. Am Sonntagmittag um 16 Uhr ist Schluß. In den letzten 10 min darf nicht mehr gewechselt werden.
Die Schlußläufer aller Mannschaften werden auf ihren letzten Runden von einem frenetischen Beifall aller Teammitglieder und Betreuer
begleitet. Die letzten 10 Sekunden des Rennens werden aus 6000 Kehlen lautstark herunter gezählt. Dann haben es die 10 Skate-X-Pressler
geschafft als viertbestes deutsches Team einen nie für möglich gehaltenen 38.Gesamtplatz heraus zu fahren. Das Team fuhr insgesamt
155 Runden, das sind 647 Km. Die Siegermannschaft aus Frankreich kam auf 200 Runden. Ein sehr gutes Ergebnis für eine Freizeitgruppe
unter all den Profi- und Vereinteams.

Das Motto der Waiblinger lautet: "Nach Le Mans ist vor Le Mans".

PS.: Der Inlinetreff Waiblingen trifft sich jeden Mittwoch um 19 Uhr auf dem Parkplatz bei der Rundsporthalle in Waiblingen.
Es besteht Helmpflicht, teilnehmen kann jeder. Infos unter www.Skate-X-Press.de



Bericht 2:

Unmittelbar nach der Teilnahme beim 24h-Rennen von Le Mans 2006 zeichnete sich ab, dass dies kein einmaliges Event bleiben würde.
Nur war allen klar, dass die eigene An- und Abreise anders organisiert werden musste. Nachdem uns ein paar Backnanger Skater ihr
Interesse an einer Teilnahme bekundet hatten, war klar, dass 2007, 2 Teams am Start sein würden. Zuerst recherchierten wir im Internet
nach einem günstigen Reisebus und wurden in der Nähe von Ulm fündig. Ein 26-Sitzer wurde für uns reserviert mit Option eines Anhängers.
Recht schnell wurde für das zweite Team ein Name gefunden:"Rennskater Bieberle". Das Team bestand aus 6 Backnangern Skatern und 4 aus
Großbettlingen. Komplettiert wurde das ganze durch unsere Begleitperson Adi, welche sich als "Verpflegungsfee" zur Verfügung stellte.
Einen Tag vor Abreise wurden wir telefonisch informiert, dass es Probleme mit unserem Busle gegeben hätte.....UFF! Schock!
Wir mussten/durften mit einem 40-Sitzer fahren. Dieses Exemplar war der absolute Hit! Mit Stehtischchen, 4-er und 6-er-Abteilen,
komplett in Lederausstattung. Wow! Dazu gehörte noch schniekes Sahneschnittchen namens "Hubert" als Busfahrer, Typ Nino de Angelo.

Nach dem schon legendären Frühstück bei Timo trudelten nach und nach alle Eventeilnehmer ein und als der Bus aus allen Nähten platzte,
konnte pünktlich um 6h gestartet werden. Selbst mit dem Anhänger hätten unsere Massen an Gepäck niemals in den kleinen Bus gepasst.
Im Bus hatten wir ausgiebig Zeit unsere "Teamstrategie" auszuarbeiten. Wie viele Gruppen wollten wir machen, wer fährt wie lange,
wer mit wem, wer wann. Das war bei weitem schwieriger, wie es sich hier jetzt liest, denn auch gemeinsame Essenszeiten beider Teams
mussten dabei berücksichtigt werden.

Nach einer never-ending-Busfahrt mit Autobahnvollsperrung erreichten wir nach 12 Stunden den Campingplatz von Le Mans. Dieses Jahr
haben wir uns die Rundfahrt über diesen erspart, auf der Suche nach dem für uns geeigneten Platz. Nachdem es bereits mehr oder weniger
nieselte wurden in absolut rekordverdächtiger Zeit die Zelte aufgestellt. Hubert hatte im Bus ein großes Zelt, welches er uns als
"Catering-Area" zur Verfügung stellte. Mit vereinten Kräften wurde das Gemeinschaftszelt innerhalb weniger Augenblicke aufgebaut und
eingeräumt. Beim Blick auf die ganzen Lebensmittel hätte man eher auf eine Schlemmerreise als auf ein 24-h-Rennen getippt.

Während ein Teil der Crew den Wasserbestand für’s Wochenende im örtlichen Supermarkt sicherte, sorgte das andere Teil der Crew für das
leibliche Wohl aller mit Chili con Carne und Pasta mit Pesto. An einen ruhigen Schlaf war anschließend jedoch nicht zu denken, da eine
Gruppe von Franzosen es unheimlich witzig fand, den halben Campingplatz mit seinem Gegröle zu unterhalten.
Samstagmorgen hatte es aufgehört zu regnen und die Sonne war unser Gast beim ausgiebigen Frühstück, bei dem nur die Spiegeleier mit
Speck fehlten.

Unsere Captain Timo und Doris hatten sich zwischenzeitlich auf den Weg gemacht, um für Ihre Teams die Startunterlagen abzuholen.
Danach war es schon Zeit für die Roller-Parade, bei der sich alle Teilnehmer mehr oder weniger schnell (eher weniger) auf eine
Stadtrundfahrt durch Le Mans begeben. Da uns diese Tour vom letzen Jahr schon bekannt war, nahm von unserem Skate-X-Press nur ein ganz
kleines Häufchen daran teil. Nicht unerwähnt bleiben sollte unser Campingplatz mit seinen sanitären Einrichtungen. 6000 aktiven Sportlern
zuzüglich Begleitpersonen stehen 2 Toilettenhäuschen mit jeweils 10 Stehclos und 4 Duschen zur Verfügung. Männlein und Weiblein getrennt
versteht sich. Bereits am Samstagmorgen war das das eine Häuschen "außer Betrieb". Die Bedeutung dessen, muss nicht näher erläutert
werden. Aus dieser Notlage hat uns unser Hubert, der rettende Engel, befreit. Wir durften das Bus-WC für alle Geschäfte nutzen. Hubert
sei Dank!

Um 13h wurden die Boxengassen geöffnet. Pulkartig strömten die Sportler in die ihnen zugeteilte Box mit Gepäck und Proviant, was auf
einen wochenlangen Aufenthalt vermuten ließ. Jedes Team der knapp 600 gemeldeten, musste einen Sprinter stellen. Die erreichte Zeit
beim 300m Sprint, sollte den Ausschlag geben für die Startplatzierung. Timo’s hervorragende Zeit beim Sprint bescherte Holger eine
Top-Ausgangsposition für den legendären Le Mans Start. Dabei müssen die Startläufer nach erfolgtem Startschuss in Strümpfen quer über
den Asphalt rennen, ihre Skates anziehen und anschließend 2x die 4,4 km Runde absolvieren. Tja und damit war das 24-Stunden-Rennen von
Le Mans eröffnet. Emsiges Treiben in den Boxengassen, nervöse Blicke in den Wechselzonen auf der Suche nach dem Teamkollegen für den
Wechsel. Nur nicht die Chipübergabe vergessen. Gegen Abend legte sich dann die Hektik, der Blick zur Uhr, die Chipübergabe, der Gang
zur Wechselzone, alles wurde inzwischen zur Routine.

Beim Schichtwechsel in der Nacht fing es leider richtig heftig an zu regnen, was den Asphalt in ein schmieriges, rutschiges Etwas
verwandelte. Ein richtiger Abdruck war schlicht unmöglich. Jetzt hieß die Devise nur noch irgendwie sturzfrei die Runden zu absolvieren.
Nur Timo legte trotz den widrigen Umständen eine Bestzeitenrunde nach der anderen hin. Glücklicherweise hörte der Regen mit der
Morgendämmerung auf und der zwischenzeitlich aufgetretene Wind trocknete den Belag recht schnell ab. Glücklicherweise ist keins der
Teilnehmer durch den Regen zu Fall gekommen. Jetzt stellte sich die Frage was schlimmer war: Regen oder starker Wind? Die Ansichten
darüber waren stark geteilt. PS. Beides ist furchtbar!

Wie auch schon im Jahr zuvor, waren die Stunden von 12h-16h die härtesten. Der Dunlophügel mit seinen 3,5 % Steigung wurde mit jeder
Runde um ein paar Grad steiler und die 600m wurden um viele Meter länger. Die Kraft lässt nach, dafür nimmt die Müdigkeit zu, die
Rundenzeiten werden länger und länger und jeder sehnt nur noch das Ende herbei. Jetzt war es wieder an der Zeit, die richtige Taktik
für die letzten Runden auszutüffteln, um vielleicht mit dem schnellsten Skater den ein oder anderen Platz gutzumachen. (Timo hatte
das auch geschafft. Sorry Team Colmar!)

Die Stimmung in den letzten Minuten, wenn die Schlussläufer in den Circuit einlaufen ist phantastisch und ergibt ein Gänsehautfeeling.
Mit tosendem Beifall werden die Skater förmlich über die Ziellinie getragen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Bei knapp 600
gestarteten Teams ereichte der Skate-X-Press den 38. Platz und die Bieberles den 150. Rang.

Das 24h-Rennen von Le Mans war hiermit beendet.

Nachdem das glückliche finishen mit Sekt (leider kein Champagner) begossen wurde, die Beweisfotos geschossen waren, hieß es wieder
den ganzen Krempel auf dem 15-minütigen Fußmarsch zum Campingplatz zurückzutragen. In Windeseile wurden die Zelte abgebaut, der Bus
beladen und los ging's gen Heimat. Zuerst war es noch ein sehr lebhafter Haufen im Bus, bevor die Anstrengung und die Müdigkeit der
letzten Tage seinen Tribut zollte und jeder seine Schlafposition suchte, manche sogar auf dem Boden. Müd, matt und lumelich erreichten
wir in den Morgenstunden Urbacher Boden.

Ein sehr anstrengendes Wochenende mit vielen beeindruckenden Momenten neigte sich dem
Ende. Jeder einzelne hatte dazu beigetragen, dass dieses verrückte Event sicherlich unvergessen bleiben wird und vielleicht einmal etwas
ähnliches gemeinsames auf die Füße gestellt wird.


16.06.2007: Der Mittelrhein Marathon von Oberwesel nach Koblenz


Nachdem zu Beginn der Skate-Saison 2007 die Events gecheckt wurden, ist auch der Mittelrhein-Marathon als Fixpunkt gesetzt worden. Die
durchaus positiven Bewertungen der letzten beiden Jahren, sollte den Ausschlag geben, dass auch der Skate-X-Press, den
Mittelrhein-Marathon als Testlauf vor Le Mans und vor dem Heimrennen in Stuttgart besuchen wollte. Insgeheim wollte natürlich ein jeder
auf dem schnellen, ebenen Asphalt seine ganz persönliche Bestzeit toppen.

Also machten sich an diesem 16. Juni 2007 9 Skate-X-Pressler in einem von Kamikaze gecharterten Busle auf den Weg nach Koblenz am Rhein.
In Mundelsheim wurde noch Dani die Ersatzfrau für Sulu eingesammelt. Unterwegs öffnete Petrus bereits mehrmals gewaltig seine Schleusen
und überhaupt waren die Wetterprognosen sehr unterschiedlich je nach Web-Adresse. Auch beim Abholen unserer Startunterlagen in Koblenz
wurden wir von einem fiesen Platzregen heimgesucht.

Da es sich bei diesem Rennen um ein so genanntes Point-to-Point Rennen handelte, musste mit dem Zug vom Ziel Koblenz zum Startpunkt
nach Oberwesel gefahren werden. Also nix wie rein in unsere Rennpellen, Duschzeug und Wechselklamotten in den Kleiderbeutel, diesen
dann noch mit der Startnummer beklebt und herdenmäßig den anderen Skatern in Richtung Bahnhof gefolgt, in der Hoffnung dort auch
anzukommen.

Nachdem der Startpunkt Oberwesel nach ca. 40 Min. Zugfahrt erreicht wurde, das normal hektische Leben vor einem Wettkampf: Lange
Schlangen von den Dixies, Männer in den Büschen, Hektik und Ungeduld wohin man schaute. Wir beschlossen unsere Skates anzuziehen und
uns locker einzurollen. Zu unserem Entsetzen mussten wir mit ansehen, wie unsere nummerierten Kleiderbeutel völlig planlos in die
bereitgestellten LKW's geschmissen wurden. Wir waren sehr, sehr skeptisch unsere Kleiderbeutel jemals wieder zu sehen.

Nachdem sich fast 2000 Skater im Startbereich eingefunden hatten, war an ein lockeres Einskaten nicht wirklich zu denken. Priorität 1
hatte jetzt, im Startblock eine einigermaßen gute Startposition zu ergattern, um im Nachhinein nicht Hinz und Kunz überholen zu müssen.
Timo hatte sich bereits abgesetzt, um mit den lizensierten Skatern aus einem eigenen Startblock zu starten. Holger, Jürgen und Tobi
wollten gemeinsam die Marathon Distanz bewältigen, ebenso Joachim und Speedmaus. Kamikaze wollte - mal wieder - einen auf gemütlich
machen, und Dani hatte sich weiter hinten eingereiht.

Vor dem Start im Block die gemeine, fiese, eklige Nervosität bis zum Startschuss. Dann endlich los! Bereits auf den ersten Metern
stellte sich raus, dass sich etliche Skater viel zu weit vorne eingereiht hatten, die es nun zu überholen galt. Schon jetzt sollte
sich meine Vermutung bewahrheiten, dass es ein sehr hektisches, unruhiges und undiszipliniertes Rennen mit vielen Stürzen geben sollte.

Die Strecke zum größten Teil mit einem genialen, glatten Asphalt führte am Rhein entlang mit seinen bekannten Sehenswürdigkeiten. Manfred
nutzte den Marathon für ein kulturelles Sightseeing, während ich jedoch unter höchster Konzentration stand, um nicht mit den zum Teil
drei verschiedenen Zügen nebeneinander zu kollidieren.

Ab und zu passierten wir kleinere Ortschaften mit vielen nicht angesagten Dohlen und Gullys und schlecht geflicktem Fahrbahnbelag. Das
Highlight jedoch waren 200m feinstes Kopfsteinpflaster bei Km 30, was so einige Züge sprengte. Da die km-Angaben sehr spärlich angebracht
waren, konnte man sich eigentlich nur an der eigenen Pulsuhr grob orientieren.

Zwischenzeitlich wurden beide Klenkis unverschuldet zu Fall gebracht, was sie aber nicht daran hinderte, nach schneller Sortierung aller
Gliedmaßen weiter-zufahren. Die meisten des Skate-X-Press konnten Ihre Bestzeiten toppen.

Im Zielbereich gab's dann eine riesige Portion Pasta und lecker Erdinger Weizenbier. Nachdem die verschiedenen Renneindrücke ausgetauscht
waren, wurde es höchste Zeit auf die Suche nach den Kleiderbeuteln zu gehen, da es bereits leicht zu tröpfeln anfing. Wider Erwartung
konnten wir unsere Beutel doch vollständig und komplett in Empfang nehmen. Kurz darauf hatte es mit der Einsicht von Petrus ein Ende und
er öffnete seine Schleusen.

Fazit: Ein sehr schnelles Rennen, welches aber in der Organisation noch verfeinert werden muss. (Kopfsteinpflaster im Zielbereich,
Duschen nur mit Shuttle in 800m Entfernung, Kleideraufbewahrung etc.)

Die Ergebnisse:

Timo 1.11.40 -- Tobi 1.20.09 -- Holger 1.20.09 -- Jürgen 1.20.16 -- Joachim 1.26.11 -- Speedmaus 1.27.01 -- Kamikaze 1.27.25 -- Dani 1.33.14


19.05.2007: Der SKATE-X-PRESS beim MLP Marathon in Mannheim 2007


Nachdem eigentlich die Planungen für dieses Wochenende ganz anders gelautet hatten, zeigte sich – wieder einmal – die Spontanität des
Skate-X-Press. Geplant war bei den Klenkis für den Sonntag die Teilnahme am Halbmarathon des Bayern Inline Cups in Regensburg.
Ein altes Sprichwort sollte wieder einmal Recht behalten: "1. Kommt es anders und 2. als man denkt!"

Nachdem der Coach von Marci kurzerhand beschlossen hatte, den Start beim MLP-Marathon in Mannheim als Fixpoint zu setzen, es allerdings
Anreiseprobleme gab (wir sollten Marci nach Großbettlingen bringen, danach mit Teamkollegen nach Karlsruhe um dort dann beim Leader
zuzusteigen) wählten wir die einfache Variante und übernahmen selbst die Taxi-Rolle.

Nachdem zuschauen ja schon sehr interessant, aber andererseits doch auch recht langweilig ist, wollten wir die Möglichkeit nutzen,
um unseren derzeit aktuellen Trainingszustand zu überprüfen.

Durch diese kurzfristige Programmänderung kollidierte der neue Termin leider mit einem anderen Programmpunkt des SXP.
Die Einladung unserer Dogy konnten wir daher leider nur mit erheblicher zeitlicher Verspätung wahrnehmen. Dogy: Hoffentlich kannst du
uns das bald verzeihen!

Nachdem dann nun auch unser Kamikaze von unseren doch sehr kurzfristigen Plänen gehört hatte, war auch er spontan zu dieser Schandtat
bereit. Ein GB-(Großbettlinger)-Sportler belegte auch den letzten Platz im Klenkschen Vehikel.

Die Wetterprognosen für diesen Samstag waren nicht als optimal zu bezeichnen. Je nach Web-Adresse variierte die Regenwahrscheinlichkeit
zwischen 30-50 %. Recht schnell erreichen wir das bereits abgesperrte Mannheim und wurden auch schnell fündig, auf der Suche nach einem
geeigneten Parkplatz. 100m von Start-Ziel Bereich und in unmittelbarer Nähe der Männerduschen.

Nach einem kurzen Sightseeing der Mannheimer Innenstadt wurden wir fündig, bei unserer Suche nach der Startnummernausgabe. Mit satten
55.- Startgebühr wurden natürlich alle bestraft, die ihre Teilnahme – wie wir - vom Wetter abhängig gemacht hatten. Ganz schön happig
für ein gräußlich schmeckendes Sunkist und eine oberhässliche Rothaus-Kappe.

Da wir noch reichlich Zeit zur Verfügung hatten, chillten wir am Mannheimer Wasserturm noch etwas ab und mussten zum einen leider mit
anhören, dass Schalke bereits mit 2:0 gegen Bielefeld führte und zudem noch bereiteten uns die großen, dicken Wolken am Himmel über uns
zusätzlich großes Kopfzerbrechen. Nachdem sich Diskussionen über die richtige Wahl der Rollen – mangels Material – ziemlich schnell
erübrigten, lichtete sich so langsam auch das Grau über uns. Nachdem wir beim Sieg des VFB und der deutschen Meisterschaft radiomäßig
live dabei waren, schmissen wir uns euphorisch in unser neues SXP-Anzügchen und waren stolz wie Harry. Einige mussten zwar mehr oder
weniger ihre Bäuche einziehen, was aber dem positiven Erscheinungsbild insgesamt keinen Abbruch getan hatte.

Ein bisschen eingerollt und die Team-Taktik besprochen. Stopp! Nach welcher Taktik wollten wir überhaupt fahren? OK! Es sollte ein
lockerer Trainingslauf werden. Gut. Wir waren uns einig. Wie fast immer!

Marci wurde im A1-Startblock abgeliefert und wir sortierten uns im Großfeld bei den flotteren Freizeitskatern. Nervös, wie immer – bei
einem Rennen, zweifelte die Verfasserin dieses Berichts ihre Teilnahme an, und wollte zum 10x Mal an diesem Tag eine Örtlichkeit
aufsuchen. Leider zu spät!

Endlich der Startschuss! Ungefähr 800 Skater machten sich mehr oder weniger schnell auf den Weg, um die 42195m zu bewältigen.
Kamikaze führte unser 4-er-Gespann an, und der Blick auf meine Pulsuhr bestätigte mein Gefühl, dass mit 175 "der lockere Trainingslauf"
in weite Ferne gerückt war. Ziemlich schnell sortierte sich das Feld und es formierten sich Züge in verschiedenen Längen. Nachdem

Kamikaze an den Trainingslauf erinnert wurde, zügelte er etwas das Speed, was Jürgen-Hermann dann doch wohl zu langsam war und sich
unsere Wege trennten. In einem - gerade noch – verschnaufbaren Tempo spulten wir die doch recht anspruchsvollen km runter. Viele Kurven
(90 Grad und sogar 180 Grad), noch mehr Schienen, zum Teil sehr schlechter Asphalt, ließen keine Bestzeiten zu, aber das war ja auch gar
nicht geplant.

Einige größere Anstiege, ca. 4km vor dem Ziel sprengte unseren großen Zug. Trotz aller füßlichen Probleme, konnte - wider Erwarten –
unser Cheffe den Anstieg mitgehen und als 4er-Gruppe erreichten wir – fix und foxi – und am Ende unserer Kräfte das Ziel. Dort konnten
wir sofort mit 1, 2 oder auch 3 lecker Rothaus unsere restlos geleerten Kohlehydratspeicher wieder auffüllen.

Marci konnte bei seinem Marathondebüt mit seinem Team mithalten und beendete die gelungene Premiere mit ausbaufähigen 1.17. Nach einer
sektlosen Quickie-Dusche im Mixed-Zelt düsten wir in rekordverdächtiger Zeit zurück ins Schwabenländle, um pünktlich um 22h - wie
versprochen - in Kleinheppach bei Dogy auf der Matte zu stehen und sämtliche Alkoholvorräte von ihr zu vernichten. Der Rest des SXP
hatte aber bereits schon sehr gute Vorarbeit geleistet.

Speedmaus


09.2006: Der SKATE-X-PRESS beim Berlin Marathon 2006


Ein weiterer Höhepunkt im Eventkalender (nach LeMans) des Skate-X-Press war der 10.Skate-Marathon in Berlin. Eine Gruppe von 12
SkaterInnen machte sich am Donnerstag und Freitag auf den Weg in die Skater-Hauptstadt Berlin. Nachdem die verschiedenen Quartiere
bezögen wurden ging es zuerst auf die Skatermesse in den Berliner Messehalllen um dort die Startunterlagen abzuholen und sich über
die neuesten Innovationen in der Skaterszene kundig zu machen. Der Tag wurde mit Shopping und Sightseeing zu Ende gebracht. Eine kleine
Gruppe gönnte sich am Abend noch etwas Kultur bei den "Berliner Stachelschweinen" und einem abschließenden Killkenny im IrishPub,
während die "Stuttgarter Fraktion"sich mit entsprechenden Cocktails auf den Wettkampf vorbereitete.

Die Wetterprognosen für Samstag waren hervorragend, nur der Wind sollte einbischen stören. U3 bekam vom ungewohntem Laufen ohne
Skates schon die erste Blase!!! Samstagmorgen trafen sich die Teilnehmer , die am Follow me Projekt teilnahmen zum Einskaten und
kennenlernen am Brandenburger Tor.Unser Chefe Kamikaze versuchte als Guide der 1:40er Gruppe die Teilnehmer u.a. Dogy, Sue und Martin
dazu zu bringen im Gleichschritt zu fahren. Anschließend bereitete sich jeder individuell auf den Start am Abend vor.

Um 16:30 Uhr war der Start des 10.ten Berlin-Skate-Marathon bei strahlendem Sonnenschein und böigem Wind auf der Straße des 17.Junis.
Die Teilnehmer wurden entsprechend ihrer Bestzeiten in verschiedene Startblöcke eingeteilt.

Unser Timo durfte dabei im vordersten Startblock der Top-Skater starten.Trotz Trainingsrückstand konnte er im Feld der 7000 Skater einen
herovrragenden 192.Gesamtplatz mit neuer Bestzeit von 1:12,23 Std.belegen. Weitere Bestzeiten gab es für Tobi mit 1:28,39 und Holger mit
1:28,40. Jürgen, der auch in einer Follow me Gruppe (1:30 St.)mitfuhr, erreichte eine Zeit von 1:31,58 Std. Unser Kamikaze, der eine
Gruppe zu einer Zeit von 1:40 St. führen sollte, lief wie ein VW und eine neue Schweizer Uhr (ausdauernd und präzise). Trotz 2er Stürze
in der Gruppe brachte er seine Mitstreiter vom Skate-X-Press sehr sicher ins Ziel, was manchmal bei einem so großen Teilnehmerfeld nicht
ganz einfach ist, da dort ja Speedskater und Fitnessskater zusammen fahren. Martin erreichte in seinem 1. Marathonrennen eine Zeit von
1:34,59 St. Sandra (Dogy) - unsere Skaterin der Woche - kam ebenfalls in ihrem 1. Marathon auf die hervorragende Zeit von 1:35,05 St.,
die gleiche Zeit liefen auch Susanne und Guide Manfred. Das regelmäßige Training hat sich doch bemerkbar gemacht.Ruth und Susann hatten
sich auch vorgenommen in ihrem ersten Marathonlauf unter 2 St. zu fahren was auch recht eindrucksvollgelang.
Susann fuhr 1:55,38 St. und Ruth 1:57,38 St. Ebenfalls unter 2 Std. blieb noch Ute mit 1:57,30 St.Unser Curl mußte seinem Sturz gleich
zu Beginn des Rennens Tribut zollen und kam trotz gebrochenem Daumen noch auf eine Zeit von 2:03,04.

Am Abend war dann noch die legendäre Skaterparty im AXel-Springerhaus angesagt.Hier konnte man sich noch bis zum frühen Morgen auf der
Tanzfläche austoben was auch mit gebrochenem Daumen kein Problem war.Die einen oder anderen Nachtschwärmer kamen dann wahrscheinlich
gerade noch vor dem Frühstück nach Hause.

Am Sonntag waren dann die Läufer (ohne Skates) gefordert. Martin, der ja am Samstag schon den Skate-Marathon bestritten hatte,
wagte also hier einen Doppelstart!!!! Kräftig unterstützt und motivierend durch die Skate-X-Pressler sachaffte Martin auf der
Marathon-Distanz eine Zeit von 3:28,25 St. Als Belohnung durfte er dann anschließend geschäftlich gleich nach Tokio!! (10-12 St.)
fliegen.Nochmals Gratulation zu dieser tollen Leistung als Doppelstarter.Am Spätnachmittag und am Abend ging es dann wieder mit dem
Flieger nach Hause.

Fazit: Ein rundum gelungenes Wochenende und - BERLIN 2007 - wir kommen
wieder.

Für den Skate-X-Press - KAMIKAZE (Follow me-if you can).

Alle Ergebnisse:

Timo Reik 1:12,23 Stunden
Tobias Hartl 1:28,39 "
Holger Fissler 1:28,40 "
Jürgen Klenk 1:31,58 "
Martin Bobert 1:34,59 " Doppelstart Marathon Lauf 3:28,25 Stunden
Sandra Carus 1:35,05 "
Susanne Herrmann 1:35,05 "
Manfred Keller 1:35,05 "
Susann Gabriel 1:55,38 "
Ruth Kordels 1:57,38
Ute Roller 1:57,30 "
Raymond Lambert 2:03,04 "

Bericht von Manfred Keller,Inlinetreff Waiblingen


06.2006: 24h in Le Mans

2006_LeMansTeam.jpg 2006_LeMansZeitung.jpg
(Klick für Bild in Orginalgröße)


Inline-Skating - Ein Abenteuer der besonderen Art - 24 Stunden von Le Mans

Le Mans.Das ist Mythos pur, Tradition, Geschichte, Tragödien und Legenden.

Vom 1.bis zum 2.Juli fand in Le Mans zum 7.Male das 24H Rollers statt - eine Skate-Veranstaltung ganz in Anlehnung an das legendäre
Autorennen. Vom Start in Strümpfen mit den Skates auf der anderen Seite der Boxengasse bis hin zur Schaumweindusche bei der Siegerehrung.
6000 Skater (600 Mannschaften) sind im Circuit Bugatti angetreten, um nach 24 Stunden die Teams zu küren, die die meisten Runden gefahren
sind. Es gab auch 33 Einzelfahrer, die das ganze solo bewältigen wollten.

Mit dabei vom Inlinetreff Waiblingen (www.skate-x-press.de) waren 8 SkaterInnen. Bei den Staffelrennen bestehen Teams aus höchstens
10 Skatern, die frei wählen, wieviel Runden (4,2Km) wer wann läuft. wir haben 149 Runden gut 622 Km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit
von 26 km/h auf den Motodrom-Asphalt gebracht. Die Siegermannschaft aus Frankreich lief 201 Runden = 840 km.

Unser Eindruck in Kürze:
Nach der Skateparade durch die Vororte von Le Mans war um 13.30 Uhr die Sprintwertung zur Ermittlung der Startaufstellung angesagt.
Unser Timo erledigte die Aufgabe gegen die Profis mit Bravour imd erzielte einen sehr guten 80.Startplatz. Für unser Team hatte Holger
dann die Ehre, den traditionellen "Le Mans Start" in Angriff nehmen zu dürfen, will heißen, die Skates liegen gemäß der in der
Sprinterwertung ermittelten Reihenfolge eines Sprinters jeden Team auf der in Fahrtrichtung gesehenen linken Seite.Die dazugehörigen
Besitzer, sprich Skater, stehen auf der rechten Seite. Sobald der Startschuß erfolgt ist, rennen alle Skater zu ihren Skates undziehen
sie so schnell wie möglich an und rennen wie vom Teufel gehetzt das erste Mal den Dunlop-Hügel hoch.Wohl gemerkt, beim ersten Mal tut`s
hier noch nicht weh.Das Rennen hat begonnen. 24 h Sprintwertung pur. Jeder nimmt seine nächste Runde so Ernst, als ob es die letzte wäre.
Jeder will eine gute Zeit zum Teamerfolg beisteuern. Keiner will der Langsamste sein. Ein Hauch des Mythos "Le Mans"weht durch die
Boxengasse. Bei 600 Teams und knapp 6000 Skater herrscht nicht nur in der Boxengasse sondern auch im kompletten Start- u. Zielbereich
ein emsiges Treiben. Rollen werden gewechselt, Lager gereinigt und neu geölt, Beine u. Rücken werden massiert, einige fahren auf
Standfahrräder für die nächste Runden warm, andere wiederum ruhen sich in mitgebrachten Hängematten aus. Hektische Aktionen gibt es
jetzt nur noch dann, wenn ein Skater seinen Wechselpartner nicht findet.

Gegen Abend kommt immer mehr Routine ind die Wechselaktionen. Auch die ersten Anzeichen von Müdigkeit reduzieren die Betriebsamkeit.
In der Nacht kommt dann eine ganz andere Atmosphäre in der nun belecuteten Rennstreckeauf. Eine eigentümliche Ruhe hat sich auf die
Rennstrecke gelegt.Der Anstieg hoch zur in blau angestrahltenDunlop-Brücke mit dem gelben Mond im Hintergrund gibt geradezu
surrealistisches Bild wieder.

Nach den ersten 8 Stunden in der immer komplett durchgewechselt wurde kam direkt die erste Nachtschicht (4 St.) für Timo,Tobi,Holger
und Manfred. Die Laufintervalle verkürzten sich auf eine 1/2 St. und der Berg wurde auch nicht flacher. Bei Sonnenaufgang wurde die
Gruppe dann nach 12 stündigen skaten durch Petra, Susanne, Dagmar und Raymond, die sich 3 St. ausruhen konnten, abgelöst. Um 9 Uhr war
der Skate-X-Press wieder komplett in der Boxengasse um die letzten Stunden in Angriff zu nemen. Die Temperaturen näherten sich wieder der
30 Grad und hatten am Mittag wieder 37 Grad erreicht im Schatten( nur es gab keinen). Die Trinkvorräte gingen auch dem Ende zu (Verbrauch
ca. 120 ltr. Wasser). Das ersehnte Rennende rückte jedoch immer näher. Die letzten Kraftreserven werden mobilisiert, die letzte eigene
Runde herbeigesehnt.

Die Rennatmosphäre steigert sich dann die letzten 10 Minuten dann nochmals. Die Boxengassen sind nun geschlossen, kein Wechsel ist mehr
erlaubt. Jedes Team schickt daher seinen schnellsten bzw. fittesten Sakter auf die Strecke.Zudem darf die letzte begonnene Runde vor
16 Uhr komplett durchgefahren werden und zählt dann noch für die Wertung. Alle Teammitglieder und Betreuer stehen auf der Boxenmauer
und treiben die Skater unter frenetischem Beifall in ihre letzte Runden. Die letzten 10 Sekunden des Rennen werden aus 6000 Kehlen
lautstark heruntergezählt. Endorphine breiten sich aus und lassen die Schmerzen und Qualen schnell vergessen.
Keiner der 8 Remstäler hat die Teilnahme bereut. Wiederholungstäter wird es mit Sicherheit wieder geben.

Bericht von Manfred Keller, Inlinetreff Waiblingen